Selig: Ein Comeback mit Tiefgang

Selig. Foto: PR
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Wir sind selig, und ihr? Diese Frage stellte Sänger Jan Plewka bei einem seiner letzten Dresden-Konzerte in den Saal. Und bewies in der Folgezeit, dass die Hamburger Band noch immer ihrem Namen alle Ehre  macht und selbst ein junges Publikum mitzureißen versteht. Im Dresdner Beatpol war es, wo Selig die Wiedervereinigung feierte und seither wie erneut beseelt durch die Lande tourt – mit einem Mix aus saftigem
Rock und originellen deutschen Texten. Herbfrisch und unaufgeregt Wie in ihren Anfangstagen – die Band gründete sich bereits 1993 – schalten die Hamburger live blitzschnell vom radiotauglichen Charts-Rock in einen psychedelischen Hippie-Modus um, in dem instrumental beinahe rauschhaft experimentiert wird. Deutlich zu hören sind Seligs musikalische Wurzeln, die im Grunde zwischen den rockigen 70er-Jahren und den Nirvana-Grunge-Klängen von Anfang der 90er-Jahre hin-und herwabern. Seit Seligs erstem Hit „Sie hat geschrien heut Nacht“ aus dem Jahre 1994 galt die Band lange als Geheimtipp deutschsprachiger Rockmusik. Doch den größten Charts-Erfolg hatte die Band erst nach ihrem Comeback ab 2008: Die drei Alben „Und endlich unendlich“, „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ und „Magma“ erreichten erstmals einstellige
Platzierungen.

Inzwischen steht Comeback-Album Nummer vier zu Buche und hört auf den Namen „Kashmir Karma“. „Manchmal muss ein Album gar nichts Besonderes haben, um etwas Besonderes zu sein“, schreibt ein Kritiker. Und in der Tat beweist die Band, dass man das Rad keinesfalls neu erfinden muss, um musikalisch am Ball zu bleiben. Mit einer frischen Unaufgeregtheit werden Lieder wie „Feuer und Wasser“ und weitere Ohrwürmer mit Hang zum Hitpotenzial durch die Lüfte geschleudert. (Tom Vörös

Selig, 7. April, 20 Uhr, Reithalle
Strasse E, Dresden

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