Borkenkäferbefall in Sachsens Wäldern auf Rekordniveau

Ein Ranger zeigt Spuren eines Borkenkäfers in der Baumrinde. (Foto: Oliver Berg/Archiv)
Ein Ranger zeigt Spuren eines Borkenkäfers in der Baumrinde. (Foto: Oliver Berg/Archiv)

Das bisherige Wetter 2018 machte es teils nicht nur Land, Landwirtschaft und Leuten schwer – auch so manche Tiere leiden unter den Bedingungen, andere wiederum laufen bei Stürmen im Herbst und Frühjahr und dazwischen möglichst milden Wintern bzw. regelrecht dürren Phasen im Sommer erst so richtig zu Hochtouren auf.

Beispielsweise für den Borkenkäfer bietet dieses Wetter 2018 schier traumhafte Fortpflanzungsbedingungen. Nun schlagen Forstwirte Alarm. Denn in den sächsischen Wäldern herrscht inzwischen die größte Borkenkäferplage seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1946. Aktuell seien etwa 340.000 Kubikmeter Fichtenholz vom Buchdrucker, zum Teil in Kombination mit dem Kupferstecher befallen, sagte der Referatsleiter Waldentwicklung/Waldschutz bei Sachsenforst in Pirna, Lutz-Florian Otto. Das sei jetzt schon mehr als im bisherigen Rekordjahr 1947 mit 300 000 Kubikmetern und auch mehr als die Summe der beiden jüngsten Massenvermehrungen in den Jahren 2003 und 2008. «Und ein Ende ist nicht abzusehen», so der Experte. Ein Ende der Plage sei bisher nicht abzusehen, denn jeder Tag ohne neue Niederschläge verstärkt die Situation in den sächsischen Wäldern weiter.

Der Borkenkäfer ist der für den Baumbestand gefährlichste Schädling, so schreibt es auch Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft gegenwärtig auf seiner Webseite. Der Grund für das massenhafte Auftreten des Borkenkäfers ist eine ungünstige Zusammenspiel der Faktoren. Auch in den vergangenen Jahren  gab es hohe Befallsmengen. Stürme sorgten für zum Teil enorme Mengen an Bruchholz in den Wäldern, was die Tiere lieben, um ihre Brut zu platzieren. Und nicht zuletzt die lange Trockenheit gibt den gesunden Bäumen den Rest, denn es schwächt die Widerstandskraft von Bäumen, sie bildeten weniger Harz zur Abwehr der Schädlingen aus, werden anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Ein Teufelskreis, der damit auch den Grundstein für einen neuerlichen Befall in 2019 legt. (DAWO)

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