Dresden: Das Ende der Kiosks?

Symbolfoto: Hans-Joachim Müller-le Plat

Zeitungsleser brechen weg

In den vergangenen Jahrzehnten waren es stets die Zeitungsleser, welche dem örtlichen Kiosk am Morgen kleine Einkünfte bescherten. Doch bereits seit Jahren kämpft die Branche gegen einen deutlichen Rückgang der Leser. Und diejenigen, die ihrem Blatt bis heute die Treue gehalten haben, entscheiden sich in der Regel direkt für ein Abonnement. In ihrer Lage ist es nicht mehr notwendig, den Weg zum Kiosk auf sich zu nehmen, um dort Zugriff auf eine einzelne Ausgabe zu erhalten. Folglich sank die Bedeutung des einst so wichtigen Geschäftszweigs.

Weniger Lottospieler im Kiosk

Ein Kiosk konnte sich in den vergangenen Jahrzehnten stets sicher sein, dass zumindest die Lottospieler noch einen Teil zu den Einkünften beisteuerten. Pro Schein bietet sich hier die Chance, die Bearbeitungsgebühr in Höhe von rund 30 Cent zu erwirtschaften. Doch inzwischen gehen immer mehr Spieler dazu über, ihren Schein direkt im Internet einzureichen, um dadurch den Komfort zu erhöhen, wie hier auf der Startseite des Anbieters zu sehen der dies in den vergangenen Jahren möglich machte.

Die Konkurrenz wächst

Besonders im Hinblick auf den Preiskampf ist der typische Kiosk heute nicht mehr dazu in der Lage, es mit der Konkurrenz aufzunehmen. In der Regel werden die Waren in kleineren Mengen bestellt, was einen höheren Preis pro Stück mit sich bringt. Sind Kunden ganz bewusst auf ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung aus, so nehmen so häufig einen zusätzlichen Weg in Kauf, um in Dresden zum nächsten Supermarkt zu gelangen.

Gleichsam bleibt zu erkennen, dass es sich beim Kiosk um ein Stück Kulturgut handelt, welches die Stadt bereits durch die Zeit der DDR begleitete. Auch aus diesem Grund scheint es wichtig zu sein, diese Form des Verkaufs zu wahren und ihr an der einen oder anderen Stelle etwas Platz zuzugestehen. Dann wäre es für die Betreiber möglich, sich wieder auf die wesentliche Stärke ihres Geschäfts zu konzentrieren. Stets waren sie es, die an prominenter Stelle beim Weg durch die Straßen direkt zur Verfügung standen. Natürlich ist auch der moderne Online-Handel nicht dazu in der Lage, an diesem Vorteil zu rütteln.

Kriminalität als eine weitere Gefahr

In anderen Städten ist es die Kriminalität, welche den Betreibern mehr und mehr zu schaffen macht. Da ein Kiosk in der Regel weniger gut bewacht ist, als ein großer Supermarkt, haben es die Täter besonders häufig auf diese Sparte abgesehen. In Hannover beispielsweise gaben etwa 70 Prozent der Betreiber an, Opfer einer Straftat geworden zu sein. Einerseits ist es hier der finanzielle Schaden, der zur Aufgabe des Geschäfts führen kann.

Auf der anderen Seite sind psychische Folgen mit der Tat verbunden. Häufig leiden die Opfer der Diebstähle plötzlich stark unter ihrer täglichen Tätigkeit und entscheiden sich aus diesem Grund für den Rückzug aus der Branche. So wird früher oder später Unterstützung von den Kunden oder der politischen Seite erforderlich sein, um den klassischen Kiosk in Dresden noch länger erhalten zu können und das Geschäft nicht auf Supermärkte zuzuspitzen.

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