Auf zur Igel-Stadtpartie nach Stetzsch

Das Gehöft Altstetzsch 1 ist ein sehr gut erhaltener Dreiseithof. (Foto: Renate Gerner)

Igeltour führt durch den Stadtteil im Dresdner Südwesten am Fuße der „Mobschatzer Alpen“.

Zwischen der heutigen Straße „Am Urnenfeld“ und dem alten Dorf Stetzsch wurden Ende des 19. Jahrhunderts bei Schachtarbeiten zahlreiche Urnen mit vorslawischen Grabbeigaben gefunden. Damit ist die älteste Besiedlung dieses Ortes am unteren Rand des Elbtalkessels für die frühe Eisenzeit im 8. bis 4. Jahrhundert vor Christi belegt. Der Ortsname indes lässt sich auf jene Slawen zurückführen, die aus Osteuropa und Kleinasien kommend, hier im 6./7. Jahrhundert sesshaft wurden. Die Großfamilien bevorzugten Plätze, die abgelegen von Hauptdurchgangswegen lagen und eine Verbindung zum Wasser hatten. Stetzsch leitet sich vom altsorbischen „Staja“ ab und bedeutet so viel wie Stall oder Gehöft. Häufig bildeten solche Bauten die Keimzellen späterer Dörfer. Die erste urkundliche Erwähnung des Platzgassendorfes namens „Steiz“ datiert aus dem Jahr 1266.

Dahlien und Rosen

Wie alle anderen Dörfer der Umgebung auch unterstand das landwirtschaftlich geprägte Stetzsch bis zur Reformation den Bischöfen von Meißen. Ab 1667 gehörte es dem Kurfürsten von Sachsen. Mit dem Bau eines Haltepunktes der Dresden–Berliner Eisenbahn 1881 veränderte sich das Dorf. Es avancierte bald zu einer bevorzugten Wohngegend. Ackerbau und Viehhaltung gingen zugunsten von Gemüse- und Obstanbau weitgehend zurück, international berühmt wurden die hiesigen Dahlien- und Rosenkulturen. Auch der Ausbau der heutigen Bundesstraße B 6 nach Meißen und die Verlängerung der Straßenbahn bis Cossebaude trugen zu dieser Entwicklung bei.

Nach der Gartenstadtidee

1921 erfolgte die Eingemeindung nach Dresden. In den zwanziger Jahren entstand in der Flensburger Straße die denkmalgeschützte Holzhaus-Siedlung. Diese und das Tierheim mit Tierfriedhof sind weitere Stationen des Rundgangs. Die Häuser „An den Seegärten“ folgten in ihrem Gestaltungskonzept der Gartenstadt-Bewegung also nach Hellerau und Briesnitz.
Gegen die ständige Überflutungsgefahr wurde in den vergangenen Jahren der Schutz zwischen Dresden-Kemnitz und Cossebaude durch eine neue Hochwasserschutzlinie erhöht. (Renate Gerner)

Termine

11. Mai und 29. September, jeweils 10 Uhr sowie 30. November, 11 Uhr, Treffpunkt: Am Urnenfeld 30, Parkplatz Aktionshaus Wreesmann
Karten zu 8/6 Euro ohne Anmeldung bei der Rundgangsleitung am Treff


www.igeltour-dresden.de

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