Entertainer Frank Zander stellt ganz besondere Cartoons im Taschenbergpalais aus.

Sie hatten genauso viel Spaß wie die Besucher: Entertainer Frank Zander (r.) und sein Sohn Marcus. Bis Ende Februar sind augenzwinkernde Cartoons Zanders im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais zu sehen. // Foto: Sabine Mutschke

Dieses Wortspiel ist wie ein Elfmeter, der einfach verwandelt werden muss: Zander stellt im Restaurant Kastenmeiers aus, in einem Restaurant also, in dem Fisch eine Hauptrolle spielt. Und dann trägt die Ausstellung passenderweise auch noch den Titel „Echte Zander“ …

Dresdens bekannter Promi-Wirt Gerd Kastenmeier ist jedenfalls hörbar begeistert, als Sonntagmittag die neue Ausstellung in seinem Restaurant im Hotel Taschenbergpalais eröffnet wird und Frank Zander nach einem fröhlichen gemeinsamen Abend bestens aufgelegt die eine oder andere Story zum Besten gibt. Ein Kaufhaus in Hamburg sei schuld, verrät er, dass er nun wieder regelmäßig Cartoons zeichnet, in deren Mittelpunkt stets ein Zander schwimmt. Der Fisch wohlgemerkt. „Otto malt Ottifanten, ich male Zander“, sagt er grinsend. Als er für besagtes Kaufhaus ein paar Bilder malen sollte, war ihm diese Idee gekommen.

Zeichnen liegt im Blut

Der Berliner Sänger und Entertainer Frank Zander – ursprünglich mal gelernter Grafiker – greift seither also wieder häufiger zur Farbe und malt. Sein Sohn Marcus, der mit ihm nach Dresden gekommen ist, erinnert sich, „dass er zunächst die Familie mit dem Malen über Wasser gehalten hat, bevor erst später die Musik sein Hauptgeschäft wurde“. Ab und an habe er mit den Finger ein noch nicht ganz getrocknetes Bild „verschönert“, was seinen Vater nicht wirklich begeistert habe, wie er schmunzelnd einräumt.
Augenzwinkernd ist auch der Malstil Frank Zanders, und in jedem Fall richtig gut. Das erkannten schnell auch die Experten der Walentowski-Galerien, die ohnehin ein Faible für ungewöhnliche Kunst haben. So gehören auch die mit allerlei Likörsorten geschaffenen Bilder von Rock-Urgestein Udo Lindenberg in ihr Portfolio. In Dresden ist Walentowski im Taschenbergpalais ansässig. Was liegt da also näher, als regelmäßig für Kunst an den Wänden des seit einiger Zeit ebenfalls hier beheimateten Restaurants Kastenmeiers zu sorgen.

„Echte Zander“ bis Ende Februar

Seit Sonntag sind hier nun also noch bis Ende Februar die „Echten Zander“ von Zander zu erleben. Und das ist genau das passende Wort: Denn diese Bilder sind tatsächlich ein Erlebnis. Immer wieder neue, mitunter absichtlich versteckte Facetten gibt es da zu entdecken. Farbenfrohe Cartoons. Unkonventionell, so wie Frank Zander gemeinsam mit Gerd Kastenmeier auch die Ausstellungseröffnung unkonventionell anging. Und auch bewusst den etwas steifen Begriff Vernissage vermied, „wir sind lebendige, lockere Menschen“. Stattdessen griff Zander sogar zur Gitarre und sang. Wobei er dann doch auf etwas „leider Altmodisches“ verwies, wie er sagte: seine neue Schallplatte „Urgestein“, die es als CD, aber auch auf Vinyl gibt. „Ein Erlebnis, es knistert so wunderbar“, schwärmt er. Seine zahlreich erschienenen Fans teilen diese Leidenschaft, ruckzuck war der Schallplatten-Stapel ausverkauft.

Begeistert war Zander dabei nicht nur davon, sondern auch von Dresden, „mit seinen wunderbaren Gebäuden“. Und doch gebe es auch hier Bedürftige, so Zander, der bekanntlich in Berlin alljährlich zu Weihnachten eine kostenlose Feier für Obdachlose und arme Menschen veranstaltet. „Abgeben ist wichtig!“ Bei allem Spaß, Frank Zander ist eben auch ein ernsthafter Künstler mit wachem Verstand. Jens Fritzsche

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