Dresden liest: Fantastisches zum Mitmachen

Doreen Kretschmer (www.soyodo.de) leitet das Familienyoga in der Bibliothek Weixdorf. // Foto: Una Giesecke

In der BIBOGA-Stunde können Familien den Alltagsstress abschütteln und eine gute Zeit miteinander erleben.

Der CD-Player verbreitet entspannende Mantren, davor brennt ein Teelicht. Auf dem Tischchen stehen eine Teekanne, Tassen und eine Karaffe mit Gurken-Limetten-Wasser und eine bonbongefüllte Schale. Auf den Stufen des kleinen Podiums sind Yoga-Bücher aller Couler aufgereiht. Davor stehen Doreen Kretschmer und ihre Töchter Salome und Hannah. Die junge Yoga-Lehrerin begrüßt die anwesenden Mütter, Väter und Kinder, indem sie die Klangschale ertönen lässt. Yoga in der Bibliothek – die BIBOGA-Stunde ist eröffnet.

BIBOGA gibt es nicht überall

Es ist sozusagen das Alleinstellungsmerkmal der Weixdorfer Stadtteilbibliothek, da es diese Veranstaltungsreihe nur hier im Verbund der Städtischen Bibliotheken gibt. Die Idee dazu kam der Leiterin Helma Ulbricht, als die Yogalehrerin aus Weixdorf ihre Flyer auslegen wollte. „Wir mussten 2018 aufgrund von Baumaßnahmen unseren Veranstaltungsbetrieb einschränken und daher kreativ werden“, erzählt sie. Dies gab den Impuls, dieses Familienangebot in die Bibliothek zu holen. Was das mit Büchern zu tun habe? Helma Ulbricht lächelt geheimnisvoll: „Warten Sie ab, was in der kommenden Stunde passiert!“ Und verschwindet im Büro.

Inzwischen haben sich die großen und kleinen Yogis auf ihren Matten mit einigen Yoga-Übungen (Asanas) aufgewärmt. Sie haben sich Farben vorgestellt, mit denen sie Klangteppiche weben, haben sich mit der Springblumenübung gedanklich verwandelt. „Ich bin ein Engel“, sagt Melinda, andere werden zu einem Vogel, dem Regenbogen oder einer Feder. Während aus dem CD-Player ein Lied von Mai Cocopelli läuft, praktizieren alle den Sonnengruß. Beispiel: Zum Herabschauenden Hund singen alle mit: „Mein Po wächst hoch hinaus, vielleicht kommt auch ein Pups heraus.“

Und dann kommt Helmas Auftritt. Die Kinder haben sie im Chor hereingerufen, sie hat sich mit einem Buch in den Yogasitz gesetzt und die Geschichte von Yoginchen am Lesezeichen aufgeschlagen. Mit Stoffpuppe und -tieren, Wasserschale, bemalten Steinen, Liedern zum Mitsingen und Instrumenten wie Triangel, Rassel oder Glockenspiel illustrieren und gestalten alle das Vorgelesene mit. Da drehen sich Familienkrokodile hin und her, zischeln Kobras, buckeln Kätzchen unter Mamas Bauch oder reiten auf ihrem Rücken. Die Kleinfamilien fassen sich zu Kreisen und holen „Sterne“ vom Himmel: Hannah verteilt selbstgebastelte und bemalte Papiersternchen. Auch zur Endentspannung, als alle schon gemütlich unter Kuscheldecken liegen, geht sie noch einmal herum und legt Lavendelduftsäckchen dazu. Mit Klangschale und dem Namaste klingt die Stunde aus.

DAWO! verlost eine Jahresmitgliedschaft für die Städtischen Bibliotheken. Teilnahme bitte per Kommentar bis zum 20. Mai mit seinem Lieblingsbuch. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Vor der Teilnahme beachten Sie bitte unsere Datenschutzhinweise. Diese finden Sie hier)

Drei Fragen an Helma Ulbricht, Leiterin der Bibliothek Weixdorf

Was ist das Schöne an Ihrer Arbeit?

Die Abwechslung. Morgens erlebe ich die Vierund Fünfjährigen in der Kita. Wenn ich um zehn Uhr aufschließe, wartet schon ein Senior vor der Tür. Nach dem Bestellen, Einsortieren, Packen schaffe ich mittags die Medienkisten in unsere Weixdorfer Schulen und rede mit LehrerInnen
über kommende Veranstaltungen. Nachmittags betreue ich dann wieder
die NutzerInnen in der Bibliothek. Zudem helfe ich gern auch mal in anderen Stadtteilbibliotheken aus.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf den Zeitpunkt, ab dem der Ausbau unserer Fluchtwege abgeschlossen ist und wir wieder Kindergartengruppen, Klassen und alle WeixdorferInnen zu größeren Veranstaltungen einladen können.

Wie weit reicht Ihr Einzugsgebiet?

Wir sind zentral im Einkaufszentrum Hohenbusch-Markt gelegen. Daher kommen unsere Leserinnen und Leser neben Weixdorf auch aus Ottendorf-Okrilla, Hermsdorf, Medingen, Volkersdorf, Königsbrück, Moritzburg und Großröhrsdorf hierher. Dazu gehören auch zehn Kitagruppen sowie 13 Grund- und 16 Oberschulklassen.

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