„Leipzig“ wird in Dresden zerlegt

„Leipzig“ wird in Dresden zerlegt
Das war die vorerst letzte Fahrt des Dampfers Leipzig. Er wurde zur Werft in Laubegast geschleppt. // Foto: Archiv/Rene Meinig

Ein historisches Schiff der Dresdner Flotte kann nicht mehr fahren. Das hat die Besatzung im November festgestellt.

In dieser Woche wird am Dampfer Leipzig der Schneidbrenner angelegt. Das Schiff liegt derzeit in der Werft in Laubegast auf dem Trockenen. Die ursprünglich geplante Winterreparatur reicht nicht, haben die Verantwortlichen der Flotte festgestellt. Weil ein unerwarteter Schaden aufgetreten ist, muss eine zusätzliche und rund 80.000 Euro teure Aufgabe erledigt werden.

Eigentlich sollte der etwas mehr als 70 Meter lange und größte Dampfer der Flotte Anfang November vom Terrassenufer zur Werft in Laubegast fahren. Die Tour war schon lange geplant. Bei den Vorbereitungen am Tag vor dieser vorerst letzten Fahrt hörte die Besatzung ein verdächtiges Geräusch. Ein Zischen kam aus dem Raum mit dem Dampfkessel. Der Druckbehälter, der die Maschine antreibt, hatte ein Leck.

Schiffsbauch wird geöffnet

Das Schiff konnte deshalb nicht mehr aus eigener Kraft fahren, wurde am 10. November vom Dampfer Dresden zur Werft geschleppt und wie ohnehin geplant aus dem Wasser gehoben. Die genauere Inspektion des Schadens war erst danach möglich und offenbarte Flotten-Cheftechniker Gerd-Rüdiger Degutsch und seinen Kollegen das größtmögliche Problem. Die Reparatur ist nicht ohne Weiteres möglich, dazu muss der Kessel aus dem Schiff geholt werden. Und das wiederum geht nicht, ohne dass das Schiff geöffnet wird.

Diese Arbeiten laufen jetzt. Der Schornstein muss runter, das Oberdeck muss mit dem Schneidbrenner geöffnet werden, der Schornstein kommt weg, Rohre werden gekappt. Erst dann ist es möglich, den Kessel mit einem eigens dafür georderten Kran aus dem Schiffsbauch zu heben. Danach kann er repariert werden. Die Aufgabe ist aufwändig, für die Schiffsbesatzung und deren Kollegen auf der Werft aber machbar. Sie kennen jeden Dampfer aus dem Effeff, auch diesen 1929 gebauten und damit jüngsten der Flotte. Er wurde in Laubegast vom Stapel gelassen und zuletzt vor knapp 30 Jahren von Grund auf erneuert.

Neues auf allen Schiffen

Neben den ohnehin in diesem Winter geplanten Arbeiten, bei denen unter anderem alle Schiffe der Flotte neue Lautsprecheranlagen bekommen, muss nun die Kesselreparatur erledigt werden. Der Kran, der den Druckbehälter aus dem Schiff hebt, ist für kommenden Montag bestellt. Die Verantwortlichen der Flotte sind sich sicher, dass der Dampfer rechtzeitig für den Start in die nächste Dampfersaison fertig ist. Der ist am 1. April 2022 geplant. Dann soll es auch eine neue App geben, also ein Computerprogramm für Handys und Tabletcomputer, das die Streckenansagen per Lautsprecheranlage ersetzt. So kann sich jeder Fahrgast selbst aussuchen, welche Sehenswürdigkeiten er sich während der Fahrt beschreiben lässt. Sie soll zunächst in Deutsch und Englisch funktionieren, weitere Sprachen sollen später dazukommen.

SZ/C

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