Sachsen will Großveranstaltungen wieder erlauben

Sachsen will die Corona-Regeln für Großveranstaltungen lockern. // Foto: Pixabay

Die weiterhin niedrige Bettenbelegung in sächsischen Krankenhäusern ermöglicht weitere Lockerungen.

Die sächsische Landesregierung wird ihre Corona-Regeln anpassen. Geplant ist beispielsweise, die Regelungen für Großveranstaltungen zu lockern. Die Obergrenze von 1.000 Zuschauern bei Veranstaltungen in Innen- und Außenbereichen soll dann nicht mehr gelten. Angesichts der bundesweit zweitniedrigsten Inzidenz in Sachsen werde der Freistaat „mindestens mit anderen Bundesländern gleichziehen“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

Am Dienstag wird das Kabinett die neue Corona-Notverordnung beschließen. Sie soll bis 6. März gelten. Eigentlich hatte der Freistaat auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen in Bezug auf Großveranstaltungen gehofft. Nach der letzten Bund-Länder-Runde hatte aber unter anderem Bayern seine Regeln für Sport- und Kulturveranstaltungen gelockert und auch wieder mehr Zuschauer in den Stadien erlaubt. Dort ist in Stadien, Hallen und anderen Veranstaltungsstätten eine Zuschauer-Auslastung von bis zu 25 Prozent mit 2G-plus möglich. Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat am Freitag einen Eilantrag vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht gegen die Zuschauerobergrenze im Stadion eingereicht. Wann das Gericht in Bautzen eine Entscheidung treffen wird, ist noch offen. Nun erhalte zunächst Sachsen eine Gelegenheit zur Stellungnahme. Danach könne sich unter Umständen auch RB Leipzig noch einmal äußern. „Ein fester Zeitrahmen bis zum Vorliegen einer Entscheidung des Senats kann daher nicht genannt werden“, sagte Sprecher Thomas Ranft am Montag. „Mich ärgert jede Klage, die im Freistaat gegen die Corona-Verordnung eingeht“, sagte Köpping. Die Regierung bereite die neue Notverordnung gerade vor und stehe ständig mit den Vertretern von Sport, Einzelhandel, Kultur, Tourismus oder Gastronomie im Austausch. Man werde in der neuen Notverordnung Erleichterungen möglich machen. „Wir können aber nicht allen Wünschen und Bedürfnissen nachkommen“, kündigte Köpping an.

Wegen der Omikron-Variante des Coronavirus steigen zwar die Inzidenzen, die Zahl der Patienten in den sächsischen Krankenhäusern nimmt aber ab. Derzeit werden 361 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen behandelt, auf den Intensivstationen sind es 167. Das Robert-Koch-Institut gibt die Inzidenz für den Freistaat am Montag mit 621,5 an. Nach den Prognosen sei davon auszugehen, dass die Zahl der Patienten auf den Normalstationen wieder steigt, so Köpping. In 14 Tagen werde mit etwa 800 Covid-19- Patienten gerechnet – damit wäre die Vorwarnstufe wieder überschritten. Diese gilt bei einer Belegung von mehr als 180 Intensiv- und 650 Normalstationsbetten.

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