Auf Dresdnerinnen und Dresdner kommen höhere Preise fürs Bus- und Bahnfahren, aber auch fürs Parken zu. Begründet werden die Preise mit gestiegene Kosten für den ÖPNV. Den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) fehlen für das kommende Jahr rund 39 Millionen Euro, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte.
„Wir müssen uns jetzt entscheiden, wie wir den Dresdner ÖPNV unter den schwierigen Bedingungen erhalten und sogar ausbauen können“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). „Die Fahrpreise für die Nutzer immer weiter zu erhöhen, ist keine Lösung. Ziel ist ja, dass möglichst viele Dresdnerinnen und Dresdner Bus und Bahn nutzen.“
Zwar sollen die Fahrgäste einen Teil der Kosten tragen – auch in Form von höheren Ticketpreisen. Aber nicht nur sie allein. Auch Autofahrer sollen zur Kasse gebeten werden. „Wir schlagen vor, die Herausforderungen auf viele Schultern zu verteilen“, so Hilbert weiter.
Diese Maßnahmen sind geplant
Höhere Preise für Busse und Bahnen
Die Stadt werde sich im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) schnellstens für eine Tariferhöhungen einsetzen, so die Stadtverwaltung. Die Rede ist von acht Prozent höheren Preisen im nächsten Jahr und sieben Prozent im Jahr 2024. Darüber hinaus soll das Jobticket ausgebaut und ein „Mieterticket“ eingeführt werden.
Parkgebührenerhöhung
Zuletzt waren die Gebühren 2021 gestiegen. Nun soll der Stadtrat eine weitere Erhöhung beschließen. „Mit der Erhöhung der Parkgebühren soll ein weiterer Beitrag zur Finanzierung des ÖPNV in Dresden geleistet und außerdem das Verhältnis zu den Tarifen des ÖPNV gewahrt werden“, begründet die Stadtverwaltung ihren Plan. Die Verwaltung schlägt vor, alle Parkgebühren für PKW um durchschnittlich 25 Prozent zu erhöhen.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne) sagt: „Das Ticket für den umweltfreundlicher ÖPNV darf nicht teurer sein, als sein Auto zu parken. Der öffentliche Raum wird immer knapper und enger. Wer sein Auto im öffentlichen Verkehrsraum abstellt, hat für sich einen individuellen wirtschaftlichen Vorteil und entzieht diese Fläche der Allgemeinheit, die immer stärker eine größere Aufenthaltsqualität verlangt.“
Anwohnerparken wird deutlich teurer
Dresden hat bisher 21 Bewohnerparkgebiete eingerichtet. Dort können Bewohner kostenfrei im öffentlichen Verkehrsraum parken, wenn sie über einen Bewohnerparkausweis verfügen. Dafür müssen sie nur eine Verwaltungsgebühr von 30 Euro für ein Jahr und von 50 Euro für zwei Jahre bezahlen.
Da diese vom Bund festgelegte Gebühr keinerlei steuernde Wirkung entfaltet hatte, dürfen die sächsischen Kommunen nun selbst über die Höhe entscheiden. Und das möchte die Verwaltung auch tun. „Mit zunehmender Größe des Fahrzeugs wird mehr Fläche in Anspruch genommen, und es steigt der wirtschaftliche Wert der Parkmöglichkeit. Dem entspricht es, die Gebühr nach der Größe des Fahrzeugs und damit nach der in Anspruch genommenen Parkfläche zu staffeln“, heißt es.
In Zukunft soll es deshalb eine Jahresgebühr zwischen 120 und 240 Euro geben, je nach Größe des Fahrzeugs.
Mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen locken
Mehr Fahrgäste bedeuten mehr Einnahmen für die Verkehrsbetriebe. Deshalb, und um die Klimaziele bis 2035 zu erreichen, will die Stadt mehr Menschen in Busse und Bahnen locken, die bisher mit dem Auto unterwegs waren.
In der Mitteilung der Stadt heißt es dazu: „Ein attraktiver Takt, Geschwindigkeit und Pünktlichkeit sind wichtige Kriterien für die Entscheidung des Nutzers. Mit einem beschleunigten ÖPNV lassen sich Einsparungen bei gleichem Angebot erzielen. Deshalb gibt es konkrete Pläne, die Straßenbahnlinien 6, 10 und 12 und Buslinien 64 und 80 zu beschleunigen. Eine gute Infrastruktur ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Qualität des ÖPNV. Gleichzeitig gibt es einen erheblichen Investitionsbedarf in das Gleisnetz und die Straßen mit Busverkehr. Deshalb müssen Planungsprozesse optimiert und die Kapazitäten dafür erhöht werden.“