Roboter-assistierte Chirurgie im Endoprothetikzentrum Freital

Foto: Helios Freital

In Freital wurde Ende Februar erstmals ROSA eingesetzt, ein Roboterassistent, der den Operateuren und auch Patienten viele Vorteile bringt. Studien legen nahe, dass die Implantation künstlicher Gelenke zu den erfolgreichsten chirurgischen Eingriffen gehört. Laut dem Endoprothesenregister (EPRD) wurden mehr als drei Millionen Gelenkersatz-Operationen, einschließlich Hüft-, Knie-, Schulter und andere Gelenkprothesen, erfasst (Stand 2024) – Tendenz steigend. Das hat etwas mit dem demografischen Wandel zu tun. Die Bevölkerung altert und mit ihr nehmen Arthrose und Gelenkverschleiß zu. Doch der Wunsch nach Mobilität und vor allem Schmerzfreiheit ist hoch. Und für diese Patienten gibt es gute Nachrichten: Das deutsche Gesundheitssystem hat eine hohe Kapazität in orthopädischen Kliniken. Endoprothetische Eingriffe können oft ohne lange Wartezeiten durchgeführt werden. Implantate sind länger haltbar. Operationen verlaufen gelenkschonend – auch dank modernster Technik. Dabei verfolgt die Medizin einen nachhaltigen Ansatz, versucht, das Gelenk so lange wie es geht zu erhalten. Erst dann kommt das Implantat. Was sind die aktuellen Neuerungen im zertifizierten Endoprothetikzentrum des Helios Klinikums Freital und wie sollte sich ein Patient vorbereiten? Wir sprachen mit Dr. med. Carsten Straßberger, leitender Oberarzt und Leiter Endoprothetikzentrum Freital:

Doktor Straßberger, wie geht es Ihren Knien?

Ich war gerade auf einer Skitour. Da ging es eine gute Strecke bergauf. Es geht meinen Knien also einwandfrei.

Dann sind automatisch auch die Hüften in Ordnung?

Ja, denn Bewegung tut gut. Ist die Hüfte verschlissen, folgen die Knie. Das geht oft synchron vonstatten, vor allem bei altersbedingter Arthrose.

Wie viele Gelenkersatzoperationen nehmen Sie im Jahr vor?

Unser Team operiert etwa 800 Mal im Jahr. Unsere Hauptoperateure sollten mindestens 50 Operationen im Jahr vorweisen, weil Routine wichtig ist.

Was ist komplizierter, Knie oder Hüfte?

Durch umliegende Muskeln ist eine Hüfte sehr gut gesichert. Komplizierter sieht es beim Knie aus. Es wird sehr bewegt, ist durch Bänder und umliegende Muskeln ausgestattet, die ihm Struktur geben und Stabilität.

Ihr Team hat sich auf künstliche Gelenkimplantate spezialisiert. Warum?

Unsere Unfallchirurgie behandelt auch Verletzungen an Schultern, Händen oder Füßen. Das Team hat sich jedoch auf den künstlichen Gelenkersatz von Hüften und Knie spezialisiert. Wir bilden das medizinische Personal aus und weiter. Fachärzte sammeln praktische Erfahrungen und die Qualität der Patientenversorgung wird langfristig sichergestellt.

Wie kann ich mich als Patientin mit Gelenkverschleiß in Ihrer Klinik vorstellen?

Erster Ansprechpartner sind immer der Hausarzt oder die Kollegen in der Orthopädischen Praxis. Bringen Maßnahmen wie Physiotherapie, Akupunktur oder Injektionen keine Verbesserung, ist eine Vorstellung in einer unserer Sprechstunden möglich. Sie finden Dienstag, Donnerstag und Freitag im Ambulanzbereich des Freitaler Krankenhauses statt. Termine vergibt unser Servicepunkt telefonisch unter 0351/6467501.

Sie werben mit einer Patientenschule. Was muss ich mir darunter vorstellen?

Den Hilfe suchenden Patienten wird erklärt, welche Möglichkeiten es in der Gelenkersatzchirurgie gibt und worauf sie zu achten haben. Dafür sind ein Operateur vor Ort, auch Mitarbeiter der Pflege und Physiotherapie sowie der Sozialdienst. Termin im Schulungszentrum Freital auf der Dresdner Straße ist jeden ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 15 Uhr.

Welche Altersgruppe kommt zu Ihnen?

Vornehmlich 65- bis 75-Jährige, die aufgrund ihres Alters Verschleißerscheinungen haben.

Warum ist die Einbeziehung des Patienten so wichtig?

Die körperliche und mentale Vorbereitung auf eine Operation macht über die Hälfte des Behandlungserfolges auf. Nur so gelingt auch ein guter Neustart in den Alltag.

Für ein gutes Gelingen haben Sie in Ihr Endoprothetikzentrum ein neues Teammitglied geholt. Können Sie es hier kurz vorstellen?

Es ist ROSA, ein Roboterassistent. Er ist eine echte Unterstützung. Das System hilft, noch präziser und sicherer zu arbeiten. Rosa hat kein Gesicht und sieht auch nicht menschlich aus. Es ist ein Computer mit gesteuertem Instrumentenarm, in dem sehr genaue Daten zur Anatomie des Patienten stecken. Er kann zum Beispiel individuelle Knochen- und Weichteilstrukturen erfassen und so bei der optimalen Positionierung eines Implantats helfen. Verantwortlich für alle operativen Schritte ist jedoch der Operateur, ein Mensch. ROSA ist kein Mädchenname. ROSA steht für Robotic Surgical Assistant, zu deutsch Roboter-Operationsassistent, und ist ein technisches Wunderwerk auf vier Rädern und immer hochkonzentriert im Einsatz. Kein Wunder: ROSA ist pure Robotertechnologie und daher kontinuierlich belastbar. Das roboterassistierte System wurde speziell für die Knieendprothetik entwickelt. Der Roboter-Operations-Assistent der Firma Zimmer Biomet kommt im Endoprothetikzentrum Freital bei Knie- Operationen zum Einsatz. Daten, die er vor und nach der Operation sammelt, helfen dem Operateur, die einzigartige Anatomie zu verstehen und das Implantat sehr gut einzusetzen. Denn eine hervorragende Passgenauigkeit ist für die spätere Bewegung des neuen Knies sehr wichtig. Konkret funktioniert es so: Vor der OP wird anhand der Röntgenbilder oder eines CT eine dreidimensionale anatomische Planung erstellt und die optimale Position und Größe der Prothese bestimmt. Sensoren an Knochen und Weichteilen analysieren real, wie der Patient sich individuell bewegt. Sie geben dem Operateur ein Live- Feedback. Während der Chirurg selbst schneidet, steuert ROSA treffsicher die Schnittführung und verhindert Abweichungen millimetergenau. So werden postoperative Schmerzen reduziert und die Beweglichkeit kann verbessert werden. Zudem helfen schonende Schnitte, dass die Wunde schneller und sauber heilt.

Helios Weißeritztal-Kliniken – Endoprothetikzentrum Freital,
Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Orthopädische Chirurgie,
Bürgerstr. 7, 01705 Freital,
www.helios-gesundheit.de/weisseritztal

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