20 Minuten Stressabbau mit Pina und ihren „Kollegen“

ASB Besuchshunde
Peggy Scharl, Hündin Pina und Studentin Josephine Beier (v.l.) im SLUB-Bibliotheksgarten auf der August-Bebel-Straße Foto: Pönisch

Lernpause mit Pfötchen: Der ASB Regionalverband Dresden sorgt mit Betreuungshunden an der SLUB Dresden in der Prüfungszeit für entspannte Momente bei den Studierenden

Pina, Anton, Leni, Peppo und Toni sind Stressabbauer. Sie empfehlen sich im Internet als „Spaziergängerin für frische Gedanken“, „Spielgefährte für kreative Denkpausen“ und als „Motivationscoach“. Dafür haben die Fünf eine richtige Ausbildung absolviert, denn das gehört zu so einem Job dazu. Schließlich sollen das Stresslevel jener Menschen, mit denen sie zusammentreffen, deutlich senken. Sie sollen für gute Gefühle sorgen und dafür, dass sich ihr Gegenüber nicht nur kurz entspannen, sondern im besten Fall auch Probleme von der Seele reden kann.

Aktive Lernpause mit Pfötchen und Fell

Pina, Anton, Leni, Peppo und Toni sind fellbesetzte Vierbeiner. Genauer gesagt, sie sind ausgebildete Besuchshunde und mit ihren Frauchen ehrenamtlich im Auftrag des ASB Regionalverbandes Dresden unterwegs. Wo sie erscheinen, erklingt meist sofort ein „Ach, wie süß“ und „Darf ich den mal anfassen“. Was ja wiederum ihr Job ist, denn darauf sind sie ja trainiert.

Normalerweise versehen die Fünf (sowie weitere Hunde in insgesamt 16 Besuchshundeteams) in Kindergärten, Senioreneinrichtungen, Tagespflegen oder als „Vorlesehund“ an Grundschulen ihren Dienst. Bis Ende Februar sind Pina und ihre Kumpels aber auch in der Zweigbibliothek Erziehungswissenschaften der SLUB im Einsatz. Denn hier ist gerade Prüfungszeit und viele Studierende sind sehr dankbar für die 15 oder 20 Minuten Auszeit, die ihnen durch die Tiere geschenkt werden. Denn sie können mit den Vierbeinern im Bibliotheksgarten spazieren gehen, mit ihnen spielen, sie mit Leckerli verwöhnen oder sie einfach nur streicheln. „Hunde wirken nachweislich beruhigend, sie fördern das Wohlbefinden und helfen, Stress abzubauen“, weiß Franziska Simon. Sie koordiniert das Projekt an der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) nicht nur, sondern hat sich intensiv mit dem Thema befasst und darüber sogar eine Masterarbeit „Lesehunde in Bibliotheken“ geschrieben. „Dabei habe ich mich gefragt, warum es so etwas eigentlich nicht bei uns an der SLUB gibt.“ Und so wurde das Pilotprojekt „Tiergestützte Intervention“ mit ausgebildeten Therapiehunden erstmals 2022 gestartet. Seit Sommer 2025 wird die „Lernpause mit Pfötchen“ nun in den Prüfungswochen angeboten. Die rund 100 Termine waren sofort ausgebucht.

Pina bringt Menschen zum Reden

Im Wintersemester sorgen nun vier Teams mit insgesamt fünf Hunden für die tierischen Lernpausen. Pina war schon im Sommersemester dabei, brachten vielen Studentinnen ein kurzes Durchatmen im Prüfungsstress. Und auch jetzt öffnet die kleine siebenjährige Mischlingshündin die Herzen. Zum Beispiel bei Josephine Beier. „Das kurze Treffen mit Pina war für mich sehr schön, sehr entspannend. Es bringt mich runter“, sagt die 26-Jährige, die sich in diesen Tagen auf Prüfungen im Bereich Jura vorbereitet. Peggy Scharl, das Frauchen von Pina, kann die Wirkung von Besuchshunden aus den Begegnungen im letzten Sommer bestätigen. „Viele haben Pina eigentlich nur gestreichelt und mir von ihren Belastungen erzählt. Ich hatte jedes Mal das Gefühl, dass sie durch den Kontakt zum Hund etwas zur Ruhe kamen. Daher bin ich mit Pina sehr gern wieder mit dabei.“ Sie selbst arbeitet in einer Anwaltskanzlei und sieht in ihrem Hobby Besuchshundeteam nur Vorteile. „Wir verbringen viel Zeit miteinander, lernen beide viel Neues und tun gleichzeitig Gutes. Das hat die Beziehung zwischen mir und meinem Hund auf ein ganz neues Level gebracht.“

Wer sich über die Ausbildung zum Besuchshundeteam interessiert, findet hier weitere Infos auf www.asb-dresden-kamenz.de/besuchshundedienst

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