Neues Weltkulturerbe: ein Wohnhaus

Weissenhofsiedlung. Foto: Stadt Stuttgart, Brigida
Weissenhofsiedlung. Foto: Stadt Stuttgart, Brigida

Seit vergangenem Sonntag ist es amtlich: Die Bauten des Architekten Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sind Weltkulturerbe. Genau genommen handelt es sich um zwei Häuser in Deutschland und 15 weitere in anderen sechs Ländern – alle von dem Architekten, der mit bürgerlichem Namen Charles-Édouard Jeanneret-Gris hieß und bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts lebte. „Le Corbusiers Impuls, günstige Wohnungen mit innovativen Grundrissen und neuen Materialien zu bauen, ist noch immer wegweisend“, erklärte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn angesichts des Titels und mahnte: „Es muss daher Ansporn für unsere Architekten und Stadtplaner sein.Heute habe man es beim Bauen mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Lebensformen zu tun. Le Corbusier hatte schon vor knapp 100 Jahren Ideen entwickelt, wie diese Vielfalt beim Bauen umgesetzt werden kann.“
„Wir sind Welterbe“, freute sich auch Suse Kletzin, die Vorsitzende des Vereins Freunde der Weissenhofsiedlung, der auch das Weissenhofmuseum betreibt. Und noch ein Statement: „Wir freuen uns über die Aufnahme und darauf, dass noch mehr Interessierte unser Museum besuchen werden“, so Anja Krämer, die Museumsleiterin. Jetzt werde endlich Bewegung in die Frage kommen, wie mit den Ersatzbauten der Siedlung umgegangen wird.
Die gesamte Weissenhofsiedlung mit ihren noch 11 von ursprünglich 33 im Original erhaltenen kubischen Flachdachhäusern solle weiterhin im Zentrum der Arbeit zum kulturellen Erbe stehen, teilte die Stadt Stuttgart mit. Kriterien für die Anerkennung als Welterbe waren „der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für zukünftige Generationen sicherstellt“, so die Unesco. (dawo)

Das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier befindet sich an der Rathenaustraße 1-3 in 70191 Stuttgart und kann Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 2 Euro. Telefon: 0711/2579187

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