Auf zur Igel-Stadtpartie: auf den Weißen Hirsch

Der Chinesische Pavillon an der Bautzner Landstraße auf dem Weißen Hirsch Foto: Matthias Helm

Viel Positives hat sich aktuell auf dem Weißen Hirsch getan. Die nächste Fete in der Kakadu-Bar des Parkhotels am 8. Oktober gehört ebenso dazu wie der nächste Dreikönigsball in seinem Festsaal am
7. Januar 2017. Vor allem, dass der fast fertig gestellte Dr.-Lahmann-Park mit über 200 Bewohnern eine neue „weiße Stadt“ bildet, 235 Meter hoch über Dresden. Auf dem Rundgang werden Geschichten um Heinrichshof, Damen- und Herrenbad sowie Doktor-, Dresdner- und Hirschhaus geschildert. Den alten Wasserturm und sein modernes Double hat eine junge Dresdner Architektin zu zwei modernen Wohntürmen hoch über der Dresdner Heide gestaltet. Die Herrmann-Hesse-Straße und ein mit Bänken und Skulptur geschmückter Platz verbinden 14 schmucke Einfamilien- und fünf Mehrfamilienhäuser. Bis 2018 sollen das Ärztehaus, der alte Speisesaal und das Koppelte Eckhaus saniert und neu genutzt werden.
Weiter geht die Tour entlang neu aufgestellter historischer Wegschilder. Damit setzen die Mitglieder des bereits 140 Jahre alten Verschönerungsvereins die Erhaltung und Pflege des in den 1880er Jahren geschaffenen Waldparkes fort.
Nächstes Ziel ist der charmante Konzertplatz. Dort wird am 2. Oktober Erntedank gefeiert und im Winter die Kunsteisbahn zum Schlittschuhlaufen einladen.
Anschließend gelangt die Gruppe zum chinesischen Pavillon, einst bekannt als Lese- oder Wald-Café, heute ist er für Familienfeiern zu mieten.

Ideen und Debatten

Nächste Station ist das alte Gemeinderathaus, wo 1990 die Idee der Frauenkirchenuhr geboren wurde. Auch die letzte Korbflechtmeisterin Dresdens, Dagmar Peters, kommt zur Sprache.
Gegenüber steht ein Denkmal für Ludwig Küntzelmann, dem der Weiße Hirsch bis heute durch die weitsichtige Initiierung einer Bauordnung sein Milieu verdankt. An den modernen Hausentwürfen Jens Zanders für die Bautzner Landstaße 14/16 scheiden sich die Geister.
Weiter führt die Tour zum Stadtteilzentrum, wo mittwochs und sonnabends auf einem Wochenmarkt Frisches angeboten wird, altes und neues Kurhaus sowie ein Casino, das die Betreiber in den 30er Jahren zum Kino „Parklichtspiele“ umfunktionierten, eine Rolle spielen. Heute betreibt die Familie Giuffrida dort das italienische Restaurant „Delizia“.
Über den Lahmannring und die Küntzelmannstraße kommen die Teilnehmenden an mehreren der 16 Lahmann-Villen, die einst zum Sanatorium gehörten, vorbei. Gezeigt werden auch „Dresdner Zäune und Pavillons“ und das Steinkühler’sche Sanatorium. Der gleichnamige Arzt war zu Anfang des
20. Jahrhunderts einige Jahre Leibarzt des Kaisers von Äthiopien.
Am Haus, in dem der humanistische Schriftsteller und Ehrenbürger Dresdens Martin Andersen- Nexö in den Jahren 1952 bis 1954 lebte, hat dessen Besitzer verdienstvoll eine Gedenktafel anbringen lassen.
Die schwierige Diskussion darüber, wie auch im neuen Jahrtausend das Hirsch-Milieu erhalten bleiben kann, zieht sich durch den gesamten Rundgang. Beantwortet werden Fragen nach dem Hintergrund des Straßennamens Plattleite. Vor dem Hauptgebäude der von Ardenne GmbH und der Sternwarte werden Fakten und Geschichte(n) der bekannten Unternehmung und ihrer Vertreter angeführt. Den letzten Führungsteil bilden Geschichten um Gunter Emmerlichs Villa Maria, das moderne Haus Bergbahnstraße 2b und die ehemalige Familiengaststätte Luisenhof an der Bergbahnhaltestelle.
Michael Böttger

Rundgang: am 24.9., 22.10.,26.11.,17.12., je 14 Uhr, 29. und 30.12. je 11 Uhr, Treff jeweils Eingang des Parkhotels, Hst. Linie 11 Plattleite, Karten zu 8/6 Euro am Treffpunkt, mehr unter www.igeltour-dresden.de
Buchtipp: Dresden – Rundgänge durch die Geschichte, 2005, Sutton Verlag, ISBN 3-89702-801-1

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