Sachsens Eltern wollen Schulpflicht aussetzen

So problemlos wie auf diesem Symbolfoto eines Klassenraums mit Lehrer an der Tafel geht es nicht an allen Schulen Sachsen zu. Foto: imago

Pisa-Ergebnisse hin oder her, an Sachsens Schulen herrschen chaotische Zustände. „Flächendeckend beschweren sich Eltern über mangelnde Unterrichtsabdeckung, Qualitätseinbußen, mangelhafte oder nicht fachgerechte Vetretungsstunden, überforderte Lehrer sowie Quereinsteiger, die dem Schulalltag nicht gewachsen sind“, zählt Peter Lorenz auf. Der Vorsitzende des Landeselternrats (LER) zieht die Konsequenz und will den Weg dafür ebnen, dass Erziehungsberechtigte so wie in Frankreich, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Niederlanden, Bulgarien, Irland oder Portugal die Bildung ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen dürfen.
Die „heilige Kuh“ Schulpflicht einfach schlachten? Genau das versuchen auch Sachsens Eltern jetzt. „Wenn keine personelle Absicherung des Unterrichts gewährleistet wird, spricht sich der Landeselternrat für die Aussetzung der allgemeinen Schulpflicht aus“, schreibt der LER in einer aktuellen offiziellen Erklärung. Der Freistaat ist offenbar in seiner Pflichtaufgabe nicht nur überfordert, sondern schadet sogar seinen Landeskindern, auf deren seelische Kosten überfüllte und sich selbst überlassene oder unprofessionell beaufsichtigte Klassen gehen.
Eltern, die eine gesundheitsschädliche Anwesenheitspflicht ablehnen, die „ihre Kinder den mangelhaften Lernbedingungen und psychsischen  Belastungen an sächsischen Schulen“ unterwirft, sollten laut LER die Chance haben, den eigenen Nachwuchs in Eigeninitiative zu unterrichten. Beispiele für selbstorganisiertes oder institutionalisiertes Freilernen mit Erfolg gibt es selbst in Deutschland genügend. Auch in Sachsen treffen sich Freilerner-Gruppen in Chemnitz, Leipzig und Dresden.

Informationszentrum “Leben ohne Schule”  

Bundesverband Natürlich Lernen! e.V.

Schulbildung in Familieninitiative e.V.

Bildung und Erziehung in Familien

Initiative deutscher Hausschulfamilien

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2 Kommentare

  1. Es wird Zeit, dass sich die Elternräte nicht mehr als Zulieferer für die Schule verstehen, sondern als Interessenvertreter der Eltern.

  2. Es wird Zeit diesen deutschen Sonderweg, der Eltern ab dem Schuleintritt quasi entrechtet, in Frage zu stellen. Bis zum vollendeten 7. Lebensjahr geht das doch auch anders. Bis dahin bin ich Kunde in frühkindlichen Bildungseinrichtungen. Ab Schule herrschen Verhältnisse, die mich an die Planwirtschaft erinnern. Durch die allg. Schulpflicht wird verhindert, dass sich Schule parallel zur Gesellschaft weiterentwickelt.

    Wieso darf mein Kind im Jahr 2016 nicht freiwillig die Schule besuchen?

    Na ja, wird schon werden.

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