Sachsens Schlösser unterm Hammer

Bürgermeister Gerold Mann vor dem Schloss Rothschönberg Foto: Petra Hornig

In einem Schloss zu wohnen, davon träumen viele. Wer sich diesen Traum verwirklichen will, kann heute ab 11 Uhr auf der sächsischen Grundstücksauktion im Dresdner Dorint Hotel ein Schnäppchen erwerben.
Dort kommt beispielsweise Schloss Rothschönberg, einer der ältesten sächsischen Herrensitze, unter den Hammer. Erstmals 1392 erwähnt, gehört der leerstehende Bau im Triebischtal bei Meißen der Gemeinde Klipphausen. Deren Bürgermeister Gerold Mann fordert: „Das Schloss soll öffentlich zugänglich bleiben.“ Im Moment nutzen es ab und zu Vereine für ihre  Geister-Rollenspiele.
Das passt, denn angesichts der gesetzlichen Forderung, dass Eigentum auch verpflichtet, könnte der neue Schlossherr schon das Gruseln kriegen. Vier Millionen Euro müssen schätzungsweise in die Sanierung investiert werden.
Sachsen ist reich an historischen Schlössern und Herrensitzen, aber arm an Mitteln, diese zu erhalten. Seit 2000 wurden im Freistaat rund 4 500 Kulturdenkmale abgerissen, oft aus Geldmangel für eine Sanierung. Das erklärt den unter Immobilienbesitzern kursierenden Witz: „Als Schlossherr lachst du zweimal im Leben. Zum ersten Mal, wenn du es gekauft hast, und zum zweiten Mal, wenn du es wieder los bist.“
Vor den Toren Dresdens verfällt unter anderem das königliche Biedermeier-Jagdschloss in Grillenburg. Für das 1554 errichtete und 1855 umgebaute Gemäuer sucht der Freistaat seit
2015 einen Käufer. Mitsamt benachbarter Villa, die NS-Gauleiter Martin Mutschmann 1937 als Jägerhaus errichten ließ, ist es ab heute für den Meistbietenden zu haben.

Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen am 29. November ab 11 Uhr im Dorint Hotel Dresden

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