Dresden bleibt Vogelgrippe-Sperrbezirk

In der Wildvogel-Auffangstation in Dresden-Kaditz wird es langsam eng in der Eulen-Voliere. Foto: Eric Münch

Ganz Dresden bleibt unverändert Sperrbezirk. Wegen der Vogelgrippe gilt bereits seit November Stallpflicht für Geflügel. Der „Lagerkoller“- Stress hat im Zoo inzwischen Dutzende Opfer gefordert. Auch in der Wildvogelauffangstation gilt Quarantäne für die über 30 Insassen. Der Sperrbezirk verlängert sich damit mindestens bis zum 22. März. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße von bis zu 30 000 Euro geahndet werden. Zoogeschäfte dürfen keine Papageien oder Wellensittiche mehr verkaufen.

Das Lebensmittel- und Veterinäramt hat noch einmal nachdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Freilaufverbot im gesamten Stadtgebiet Dresdens auch für alle Katzen und Hunde gilt, damit sie nicht mit verendeten Vögeln und der mit Viren kontaminierten Umgebung in Kontakt kommen und die Epidemie verbreiten. „Wir appellieren an das Verständnis und die Einhaltung, auch wenn dies für den Einzelnen zu Einschränkungen führt“, heißt es aus dem Amt. „Die Maßnahmen sind in Anbetracht der aktuellen Situation angemessen.“

Dies betrifft auch die städtischen Freilaufflächen wie zum Beispiel die Elbwiesen. Gerade dort werden immer wieder HPAI-positive Kadaver gefunden, die oft eine hohe Viruslast aufweisen und deren Körper zum Teil von Raubtieren, Greifvögeln und Krähen eröffnet wurden. In dem Falle solle man sich an die Feuerwehr unter der Rufnummer 0351 501210 wenden. Für Fragen steht zudem das Bürgertelefon 0351 4887575 zur Verfügung.

Die Fälle bei Wildvögeln, Ausbrüche bei Geflügel und in Tierparks nehmen mittlerweile ein nie zuvor gekanntes Ausmaß an. So gab es 2016 insgesamt 624 Seuchenausbrüche. Allein in Dresden wurden seit Jahresbeginn bis 1. März an 14 Wildvögeln H5N8 nachgewiesen. Die Funde waren dabei über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die räumliche Ausbreitung erfolgt mit großer Dynamik. Auffallend ist die hohe Todesrate bei Wildvögeln, die bisher als eher symptomlose Virusträger galten. In Kleinzschachwitz, Loschwitz, Nickern und Cotta hat das Friedrich-Löffler-Institut seit 28. Februar das Virus an drei Bussarden und einem Habicht gefunden. (dawo)

 

dresden.de/gefluegelpest

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