Mit Bürgerbeteiligung statt Bevormundung auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Dresden 2025

Axel Matz vom Medienkulturzentrum Dresden und Viola Martin-Mönnich vom Kulturverein für Löbtau Foto: Una Giesecke

„Dresden ist keine Ausnahme“, sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. In vielen Städten toben seit der Flüchtlingskrise hitzige Debatten, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf Zerreißproben stellen. „Im Unterschied dazu stehen wir inzwischen als europaweites Symbol für die derzeitigen Herausforderungen “, so die Zweite Bürgermeisterin vor Journalisten am Dienstag. „Gleichzeitig hat Dresden den Ruf einer europäischen Kunst- und Kulturstadt.“ Es liege auf der Hand, mit diesen Stärken vorhandene Schwächen zu überwinden. „Dresden versteht die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 als Stipendium für das Miteinander in der Stadtgesellschaft und in Europa. Denn Dresden hat eine Brückenfunktion im Dreiländereck zwischen Ost und West.“

Die Ergebnisse der ersten Beteiligungsrunde zur Kulturhauptstadt in Form einer Bürgerbefragung stellte Stephan Hoffmann, Leiter des Kulturhauptstadtbüros, vor. „In Dresden wird viel geredet und gefragt. Gleichzeitig wird die Zuspitzung und Polarisierung der Debatten  als unangenehm empfunden. Man wünscht sich Begegnungsorte und Kultur im eigenen Stadtteil. Die Frage, wie der öffentliche Raum gestaltet sein muss, um Zusammenhalt zu fördern, ist daher Inhalt der nächsten Beteiligungsrunde.“

Nach dem Motto „Kleines Kapital – große Wirkung“ hatte das Kulturhauptstadtbüro zudem aus 59 Bewerbungen 13 Projekte ausgewählt, die mit „2.025 Euro für 2025“ gefördert werden. „Ein Kriterium in der Vergabe war, dass es um Beteiligung statt Anordnen oder Bevormunden geht.“

Zwei dieser kreativen, lokalen Initiativen stellten sich in der Pressekonferenz persönlich vor. Aus dem  Kulturverein für Löbtau berichtete Viola Martin-Mönnich von den Vorbereitungen zum 950. Jubiläum 2018. Aus diesem Anlass fragt der Löbtop e.V. in einer öffentlichen Ideenwerkstatt nach der Idee eines nachbarschaftlichen Miteinanders der Löbtauer für die Zukunft des Stadtteils. Axel Matz vom Medienkulturzentrum Dresden erklärte die Idee des „Sound City Lab“ (SCL): „Workshops bieten Interessierten die Möglichkeit, architektonische Wahrzeichen und Gebäude in Dresden  zu vertonen.“ Die Kompositionen aus gefundenen Klängen, Geräuschen, Melodien und Rhythmen sollen als eine Art „akustische Denkmalpflege“ öffentlich aufgeführt werden.

Das Kulturhauptstadtbüro vor Ort: 27. bis 28. Mai zu Sankt Pieschen; 11. Juni zum Westhangfest und 25. Juni zum Elbhangfest, www.dresden.de/kulturhauptstadt

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