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Blumenstrauß zum Jubiläum Maria Theresias

Die Donaumetropole Wien präsentiert das reiche Erbe ihrer Ausnahmeherrscherin beispielsweise auf Schloss Schönbrunn. Foto: Bernd Kregel Die Donaumetropole Wien präsentiert das reiche Erbe ihrer Ausnahmeherrscherin beispielsweise auf Schloss Schönbrunn. Foto: Bernd Kregel

Wien. Liebe auf den ersten Blick – auch die blutjunge Habsburger Prinzessin Maria Theresia blieb nicht von Amors Pfeil verschont. Er trifft sie unerwartet mitten ins Herz, als das Haus Lothringen die habsburgischen Metropole Wien besucht. Kaum hat sie den jungen Prinzen Franz Stephan erblickt, ist es um sie geschehen – spätere Heirat inbegriffen.

Ob beide damals schon ahnten, dass sich aus ihrer starken Zuneigung eine Liebe fürs Leben entwickeln würde? Immerhin gingen aus dieser Ehe nicht weniger als
16 Nachkommen hervor, die mittels habsburgischer Heiratspolitik Maria Theresia in den Rang einer „Schwiegermutter Europas“ erhoben.

Frauenpower und Lebensfreude

Darauf liegt das Hauptaugenmerk einer der Sonderausstellungen zum 300. Geburtstag der Monarchin. Im legendären Hofmobiliendepot steht Maria Theresia als die Mutter ihrer Großfamilie im Mittelpunkt, die zielgerichtet ihre Familie auch als politisches Geschäft betreibt. Vom Mythos einer erfolgreichen Familienmutter bis hin zur vorbildlichen Landesmutter, ist es nur ein kleiner Schritt.

Am augenfälligsten jedoch wird Maria Theresias Wirken im Schloss Schönbrunn. In jener groß dimensionierten Rokoko-Anlage am Rande Wiens nahm die Prachtentfaltung architektonische Gestalt an. Doch zuweilen pflegt Maria Theresia noch eine andere Seite ihrer Persönlichkeit. Die an den Schlosspark angrenzende Kaiserliche Wagenburg wurde zum Jubiläum neu ausgestaltet mit restaurierten Kutschen und wendigen Karussellwagen. Wer will, kann daraus das Anliegen herauslesen, Frauenpower und Lebensfreude mit traditioneller höfischer Eleganz in Einklang zu bringen.

Ihre männliche Seite

Die politische Situation in der Mitte des 18. Jahrhunderts fordert jedoch ihren militärischen Tribut, der Maria Theresia auch eine „männliche“ Seite abverlangt. Diese Komponente ihrer Herrschaft wird deutlich in der Sonderschau „Bündnisse und Feindschaften“ im Schloss Hof außerhalb von Wien. Dort stellt sich ein Bezug zu Sachsen und Dresden her: Die Ausstellung beleuchtet den Siebenjährigen Krieg, außerdem den österreichischen Erbfolgekrieg gegen Bayern und Böhmen und den preußischen Überfall auf Schlesien.

Demgegenüber zeigt die didaktisch professionell aufbereitete Sonderausstellung im benachbarten Schloss Niederweiden, in welchem Maß Modernisierung und Reformen die Amtszeit Maria Theresias kennzeichneten. Da die junge Frau nicht auf ihr späteres Amt vorbereitet worden war, tat sie gut daran, sich dem Rat kompetenter Fachleute in ihrer unmittelbaren Umgebung anzuvertrauen. Ebenso verhielt es sich mit Reformen in Justiz und Wirtschaft. Ja selbst in der Bildungspolitik erwies sich ein grundlegender Wandel als unverzichtbar.

Ein Mikrokosmos ihrer Persönlichkeit und ihres Lebenswerkes findet sich an dem zu ihren Ehren errichteten Maria-Theresia-Denkmal zwischen dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum in der Innenstadt. Souverän und würdevoll sitzt Maria Theresia da, legitimiert durch das Schriftstück der Pragmatischen Sanktion, die ihr als Frau zur Macht verhalf.

Kein Wunder, dass diese Herrscherin den Wienern über die Jahrhunderte als Glücksfall der Geschichte ans Herz wuchs. So wirkt die stilvolle Würdigung Maria Theresias durch die Donaumetropole anlässlich ihres runden Ehrentages geradezu wie ein riesiger bunter Blumenstrauß. Bernd Kregel

Die Recherche unterstützte der Wiener Tourismusverband. www.wien.info

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