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Auf zur Igel-Stadtpartie: nach Briesnitz

Erhaltener Gartenpavillon, der früher häufig Straßenecken markierte, hier an der Ecke Eigenhufe/Hammeraue Foto: Renate Gerner Erhaltener Gartenpavillon, der früher häufig Straßenecken markierte, hier an der Ecke Eigenhufe/Hammeraue Foto: Renate Gerner

Dresden. Das Interesse am Stadtteil Briesnitz ist groß, berichtet Renate Gerner. Zu ihren Igeltour-Rundgängen kommen nach wie vor zahlreiche Gäste. „Manche bringen Fotos und Schriftstücke mit, die sie bei mir besser aufgehoben wissen“, freut sich die Heimatforscherin und lobt: „Meist sind es tatsächlich wertvolle Ergänzungen zum Inhalt meiner Führungen.“

An deren Beginn erklärt die Gästeführerin das Besondere der Lage und Entstehung dieses Dresdner Vororts. Das erstmals 1071 erwähnte Dorf am Rand des Zschonergrundes wurde 1921 nach Dresden eingemeindet. Renate Gerner zeigt am Flussufer ein Mundloch des tiefen Elbstollns und die „Eiserne Furt“, eine Elbquerung als Teil des einstigen Bischofsweges. Die Route führt bis zur Kirche. Weithin sichtbar thront diese auf einem Bergsporn aus Pläner. Auf dem Weg dorthin werden unter anderem das älteste Schulhaus Sachsens, Reste eines Burgwards, das Haus der „Stahlquelle“, der Beatpol und das rekonstruierte Benno-Gut als Teil des liebevoll gepflegten Dorfkerns gezeigt.

Renate Gerner ist Architektin und gibt seit dem Jahr 2000 in ihren Igeltour-Rundgängen ihr Wissen weiter. Die speziellen Kenntnisse zu mehreren Stadtteilen außerhalb des historischen Zentrums – etwa zu Mobschatz, wo sie lebt – hat sie sich in eigenen Forschungen angeeignet. „Was ich aber so noch nie erlebt habe: Schon im Vorfeld haben mich viele Briesnitzer aktiv mit Informationen, Fotos und Chronikbeiträgen versorgt.“

Oft wohnten sie noch in den Häusern, in denen sie oder ihre Eltern geboren wurden. „Sie luden mich ein, um ihre Schätze an Bildern und Dokumenten auszubreiten, und reichten mich weiter an andere, ältere Bewohner. „Häufig kommen diese Leute nun zu meiner Igeltour, um zu hören, wie sich die Geschichte ihrer Siedlung aus meinem Mund anhört.“

Oft passiere es, dass sich einzelne Gäste untereinander kennen. „Natürlich werfen diese sich dann gegenseitig Details aus der Vergangenheit zu, an die sie sich während der Führung erinnern.“ Das schönste Lob erhielt Renate Gerner kürzlich von einer solchen „Insiderin“: „Durch Ihre Führung habe ich das Sehen und Wiedererkennen gelernt.“

Natürlich hat sich optisch sehr viel verändert, und nicht immer zum Guten, trotz einer sehr guten Gestaltungsfibel des Amtes für Denkmalschutz, die allen Bewohnern vorliegt.Getreu dem Igeltour-Motto „Man sieht nur, was man weiß“.

So., 8. Oktober, 11 Uhr; Karten zu 8/6 Euro ohne Anmeldung am Treffpunkt Schornstein auf dem Parkplatz am Edeka-Markt Hamburger Straße 86, www.igeltour-dresden.de

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