Was kosten die Kondome?

Dresden. Erdbeerduft weht schon durchs Vorwort dieser Tischlektüre. Denn beim Biss ins rosa Muffin zum Morgenkaffee erfuhr die Herausgeberin Undine Materni aus der Morgenzeitung vom Ende der Dresdner Legende „Kästners diskreter Versand“. Das daraus resultierende Büchlein „Herr Kästner, was kosten die Kondome?“ schaut auf eine hundertjährige Dresdner Tradition zurück.

1899 eröffnete Hugo Kästner in der Görlitzer Straße 18b in Dresden eine Drogerie, die sein Sohn Hans nach dem Krieg in der Louisenstraße 13 weiterführte. Das besondere Augenmerk galt zwar kosmetischen Produkten, doch besonders die Vermarktung des Verhütungsmittels „Mondos“ erfolgte mit Witz und Fantasie und äußerst diskret.
Das liefert nun in der Retrospektive unterhaltsamen Lesestoff samt wissenschaftlichem Blick unter die Bettdecken der DDR.

DAWO! verlost drei Bücher: Zur Teilnahme schreiben Sie bitte Ihren liebsten Drogerieartikel in die Kommentare zu diesem Beitrag. Unter allen Einsendungen werden die Gewinner ausgelost und per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeschluss ist am Mittwoch, 7. November, 13 Uhr. Viel Erfolg.

Angereichert mit privaten Erinnerungen an die abenteuerliche Beschaffung liebesnotwendiger Artikel, erklären die Autoren, wie diese Privatfirma in der Planwirtschaft überleben konnte. Die Autoren sind bei ihrer Recherche auf zahlreiche Dankesbriefe der Kundschaft, ungewöhnliche Anzeigen und eine unterhaltsame Geschichte gestoßen, die die gesamte DDR-Zeit überdauert hat. Und dies sollte nun auf keinen Fall diskret bleiben. Fazit: ein hübsches Geschenk, das amüsanten Gesprächsstoff zum Wein liefert. „Und Sekt gab’s immer!“, blickt eine Mitarbeiterin zurück, die der Leserschaft unverklemmte Blicke hinter die Ladenkulissen erlaubt. Was also bleibt von Mondos & Co.? Erdbergeschmack.


Buchinfos: erhältlich bei Saxophon GmbH, Hardcover, 108 S., 19,90 Euro, ISBN:
978-3-943444-67-4, Bestell-Hotline: 0351 48641827 oder per E-Mail: info@editionSZ.de

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39 Kommentare

  1. Wofasept kenne ich noch aus meiner Pupertät…jetzt ist die Auswahl an Körperpflegeprodukten schon fast „erschlagend“, aber man kann auch immer etwas anderes ausprobieren😊

  2. Ich kann mich noch erinnern, dass die beliebte Fernsehsendung „Außenseiter Spitzenreiter“ einmal die Firma Kästner in Dresden besucht hat. Ich war zu dieser Zeit noch ein Teenager, aber was sich mir eingeprägt hat war, dass die Arbeiterinnen alle blaue Nylonschürzen trugen.

  3. Da ich in den 50er Jahren geboren bin, war es ein Glück für uns, dass es den Versandhandel Kästner gab. Wir bestellten immer eine größere Menge Kondome. Damals wurde noch nicht so offen über Sexualität gesprochen.

  4. Da ich in 50er Jahren geboen bin, gab es anfangs nur Kondome, zum Glück. Wir bestellten Kondome und ich Gummieinlagen. Es war toll, dass alles so diskret ablief, denn damals wurde noch nicht so offen über Sexualität gesprochen.

  5. Ich bin ein Fan von Körperbutter. Weil ich reichlich davon nehme, kann ich auch immer wieder eine andere probieren.

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