Dynamo Dresden feiert Geburtstag

Dresdens Fans. Foto: Thomas Eisenhuth/Archiv
Dresdens Fans in der Kurve des DDV-Stadions. (Foto: Thomas Eisenhuth/Archiv)

Der Kultverein wird 66 – und darüber gibt es viel zu erzählen.

Am liebsten hätten die Dynamos ihren Geburtstag an diesem Wochenende natürlich bei einem Heimspiel gefeiert. Inklusive Heimsieg. Nun müssen sie nach Sandhausen reisen. Aber auch ein Auswärtssieg wäre perfekt – zum 66. Jubiläum, das am gestrigen Freitag im Kalender stand! Am 12. April 1953 war die Sportgemeinschaft im Dresdner Kino Schauburg gegründet worden. Passend zum 66. Geburtstag schauen wir auf die bewegte – und bewegende – Geschichte des Vereins zurück und haben eine Menge Fakten rund um die Zahl 66 gefunden …

Das erste Europapokal-Tor fällt in einer 66. Minute

So fiel beispielsweise das erste Europacup-Tor der Dynamos in einer 66. Minute. 1967 im europäischen Messepokal trat Dresden gegen die Glasgow Rangers an; zu dieser Zeit eine absolute Top-Mannschaft. Aber Dynamo verkaufte sich teuer. Vor 38 000 frenetischen Zuschauern lagen sie nach dem 0:1 durch Furguson zwar zwischenzeitlich zurück – doch Dieter Riedel war es, der mit dem 1:1 das legendäre Ausgleichstor erzielte. Das erste von insgesamt 156 Toren, die es bis 1989 für Dynamo in internationalen Wettbewerben werden sollten…Das Spiel gegen Glasgow fand übrigens nicht im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion statt, sondern im damals größeren Steyer-Stadion im Ostragehege. Mittlerweile ist das Harbig-Rund ja zur modernen Arena geworden – und auch hier findet sich die 66! Denn offiziell hat das Stadion exakt 32.066 Zuschauerplätze … Es ist dabei übrigens nicht das größte Stadion im deutschen Profifußball – und doch ein einzigartiges! Es ist das Stadion mit den steilsten Zuschauerrängen Deutschlands und damit auch eines der größten Einrang-Stadien in Europa. Nirgendwo sitzen deutsche Fußballfans auch in der obersten – der 38. – Reihe so nah am Spielfeld wie in Dresden. Und eine Kuriosität gibt es auch über die 22-monatige Bauzeit zu erzählen: Da das 2009 eingeweihte neue Stadion bei laufendem Spielbetrieb entstand, brauchten die Kicker während der Spiele ein bisschen weniger zu laufen. Wegen der Bauarbeiten war der Rasen um vier Meter verkleinert worden …
Am wenigsten laufen müssen beim Fußball allerdings bekanntlich die Torhüter. Und überhaupt sind Torhüter besondere Typen. Sie können sich nicht verstecken. Und so braucht es diese besondere Mischung aus Ruhe und Verrücktheit; gemixt mit einem Schuss Selbstbewusstseins. Und manchmal werden aus Fußball- auch Kult-Torhüter. Auch davon hatte Dynamo in seiner 66jährigen Geschichte etliche – einer wurde passend zum Jubiläum 1966 geboren: der Kroate Ignjac Kresic.

Der Kult-Torhüter und die Jubiläums-Zahl 66

Mit Kresic stieg Dynamo 2004 erstmals in die Zweite Liga auf; wobei sein Kultstatus nicht zuletzt auf zahllos gehaltene Elfmeter zurückgeht. Nach Dresden war er 1999 aus Darmstadt gekommen. Und mit ihm im Tor gelang den damals nur viertklassigen Dynamos schnell der ersehnte Aufstieg. Unter Trainer Christoph Franke sprang Dynamo in die Dritte Liga – damals noch Regionalliga Nord. Dort absolvierte der Kroate, auch das passt zum Jubiläum, 66 Spiele, bevor es in Liga zwei hinaufging. Insgesamt trug Kresic 207 Mal das Dynamo-Trikot.

Genau 66 Mal für Dynamo in der Bundesliga aktiv

Übrigens gibt es mit Mario Kern auch einen Spieler, der genau 66 Mal für Dynamo in der Ersten Liga auflief. 1991 bis 1995 spielten die Dresdner im deutschen Fußball-Oberhaus und sorgten dort für jede Menge Gesprächsstoff. Positiven, als sie 1993/94 trotz Vier-Punkte-Abzugs die Klasse hielten. Aber auch mit bitteren Schlagzeilen, wie der 1995 beschlossenen Verbannung in die Drittklassigkeit wegen drückender Millionen-Schulden.
Bleiben wir beim positiven Bundesliga-Gesprächsstoff: Der Trainer, der damals mit Dynamo trotz Punkteabzugs den Klassenerhalt schaffte, war Siegfried Held. Wegen seiner unglaublichen Ruhe von den Medien gern „Schweiger von Dresden“ genannt. Und doch geht er statt mit diesem Spitznamen vor allem mit einem sarkastischen Spruch in die Dynamo-Geschichte ein: Er habe gehört, auch der Platzwart sei für 800 000 Mark verkauft worden, so Held … Denn nach der Erfolgssaison kommt es wegen der erwähnten Geldprobleme zum Ausverkauf der Leistungsträger. Unter diesen Umständen hält Held nicht mehr allzu lange aus: Ende 1994 wechselt er in die Erste japanische Liga. Seine zahlreichen Erfolge als Spieler haben bei Held übrigens sehr häufig mit Dynamos Jubiläumszahl 66 zu tun. So holt sich Borussia Dortmund mit Held als Stürmer 1966 den Europacup der Pokalsieger. Und im Sommer 66 wird Held mit der National-Elf Vize-Weltmeister. In Dresden aber verbindet man mit seinem Namen Erinnerungen an Bundesliga-Zeiten. Und irgendwann wollen die Dynamos auch mal wieder in der Ersten Liga kicken. Und dann könnte natürlich eines der ersten Ziele sein, aus den bisher 33 Siegen in der Bundesliga-Statistik zunächst mal das Doppelte zu machen: Auch das sind ja passenderweise 66…(Jens Fritzsche)

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