Ex-OB Herbert Wagner und Frank Richter auf einer Bühne

Jens Nitsche, Benno Fritz, Frank Richter, Oda Pretzschner, Michael Schaarschmidt, Mario Göpfert, Herbert Wagner (v. l.). (Foto: Sebastian Hoppe)

Im Kleinen Haus wechseln die beiden katholischen Politiker ins Schauspielfach.

Es ist stets ein heißes Eisen, wenn Themen öffentlich verhandelt werden, wobei alle glauben, mitreden zu können. So auch an diesem Premierenabend der Bürgerbühne, die sich vor heißen Eisen nicht scheut. Im Gegenteil. Im Publikum saßen überwiegend Zeitgenossen, die den Herbst ’89 in Dresden miterlebt hatten, auf der Bühne selbstredend Zeitzeugen, und zwar aktive Mitgestalter der kurzzeitig möglichen „Demokratie von unten“. Unter ihnen Frank Richter, seinerzeit katholischer Kaplan und heute parteiloser SPD-Kandidat zur Landtagswahl. Er holte an seiner Stelle den späteren OB Herbert Wagner in die Gruppe der 20. Wie wäre die Geschichte verlaufen, hätte er es nicht getan und sich damals schon für eine Politikerkarriere entschieden? Sein Weg dahin verlief über die Vermittlerrolle zum Entschluss: „Jetzt gilt es zu verhindern, dass uns neue Rechte regieren.“

Denkanstoß für heute

Um Denkanstöße statt Resignation geht es Regisseurin Esther Undisz mit diesem Rückblick auf die Aufbruchstimmung vor 30 Jahren, bevor die CDU das Ruder übernahm. Sie hat in mehrere Richtungen recherchiert, lässt Netzwerke durchschimmern oder dass Christof Ziemer Gewaltlosigkeit auch in der Sprache forderte – und lässt zwei Clowns Fragen stellen: etwa nach der Einhaltung von Wahlversprechen. Fazit: prima Ergänzung des Geschichtsunterrichts. (Una Giesecke)


16.6., 19 Uhr; 26.6., 19.30 Uhr, www.staatsschauspiel-dresden.de

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