Was passiert nach Ostern, Herr Hilbert?

Oberbürgermeister Dirk Hilbert schaut voraus. // Foto: Sven Ellger

Die Ausgangsbeschränkung wurde verlängert. Wie es danach weitergehen könnte.

Die Wiedereröffnung der Wochenmärkte dürfte sich für viele Dresdner wie eine Befreiung anfühlen, auch wenn das Ende der Ausgangsbeschränkungen auf nach Ostern verlängert worden ist. Aber was passiert danach? Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum Thema: „Mit Sicherheit wird nicht alles sofort hochgefahren.“ Das wird noch eine Weile so gehen, ist sich Hilbert sicher.

Wenn dann die Zahl der mit Corona Infizierten nicht mehr so steigen sollte wie bisher, könne es Veränderungen an den Regeln geben. „Man wird schauen, in welchen Bereichen leichte Lockerungen vorgenommen werden können.“ Aus seiner Sicht wäre es logisch, wenn am Anfang die Schulen wieder öffnen und der Unterricht in den Klassenzimmern fortgesetzt wird. „Kinder und Jugendliche gehören nicht zur Risikogruppe, also wäre das logisch.“ Schrittweise würden dann Geschäfte und Restaurants zur Normalität zurückkehren, die Dresdner könnten wieder draußen feiern oder sich privat mit Freunden treffen. Die Reihenfolge werde aber festgelegt. Wann dann wieder „Normalbetrieb“in Dresden herrscht, könne Hilbert heute aber noch nicht sagen.

Am stärksten von der Epidemie betroffen ist laut Robert-Koch-Institut die Gruppe der 35- bis 59-Jährigen. Hier sind bisher 148 infizierte Dresdner gezählt worden. Darüber hinaus haben sich 100 Menschen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren angesteckt. Bei den ganz Jungen wurden bislang nur wenige Fälle gemeldet. So gibt es bis zum Alter von 14 Jahren lediglich neun Infizierte.

Die Wochenmärkte

Mitten in der Corona-Zeit macht es die geänderte Allgemeinverfügung des Freistaats möglich: Die Dresdner Wochenmärkte dürfen seit Mittwoch wieder öffnen und ein neuer kommt jetzt dazu. Bereits am Donnerstag öffnete er auf dem Strehlener Wasaplatz erstmals. Es wird vorerst ein kleiner Markt. Sechs Stände waren zugelassen, dort gab es unter anderem Fisch, Obst und Gemüse. Die Stände wurden in großem Abstand zueinander aufgebaut.

Die Verstöße

Zwei Wanderer haben sich im Osterzgebirge Anzeigen wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingehandelt. Die beiden 21 und 29 Jahre alten Männer wurden am Dienstag in Rechenberg-Bienenmühle von der Polizei gestoppt. Sie waren mit dem Zug von Dresden nach Altenberg gefahren und dann gewandert, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Beamten stuften das als Verstoß gegen die Allgemeinverfügung zur Corona Eindämmung ein. Diese gestattet Sport und Bewegung – allerdings nur im unmittelbaren Wohnumfeld.

Die Tests

In der Corona-Ambulanz am Dresdner Uniklinikum ist deutlich weniger los als noch vor zwei Wochen. Kamen anfangs zum Teil 900 Menschen an einem Tag, sind es jetzt deutlich weniger. Nun reagiert das Klinikum und verkürzt die Öffnungszeiten. „Die Ambulanz öffnet jetzt von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr“, erklärt Sprecher Holger Ostermeyer. Auf Infektiologie spezialisierte Ärzte testen in dieser Ambulanz Menschen, bei denen ein begründetes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht. Aufgrund begrenzter Testkapazitäten können ausschließlich Patienten mit Symptomen getestet werden.

Der Schutz Schwacher

In Zeiten sozialer Medien erscheinen SMS antiquiert, gibt das Dresdner Universitätsklinikum zu. Tatsächlich informiert das Klinikum seit wenigen Tagen seine Patienten mit Kurznachrichten, wenn sich ein AmbulanzTermin etwas verzögern sollte und man erst eine halbe Stunde später im Wartezimmer sein muss. „Mit dem neuen SMS-Dienst gelingt es uns, die Zahl der Patienten in den Wartebereichen zu reduzieren“, so Michael Albrecht, der Medizinische Vorstand. Somit schütze man Patienten davor, sich in überfüllten Wartezimmern anzustecken. Wenige Minuten, bevor man dann an der Reihe ist, erhält man nochmals ein Nachricht.

Digitale Bücher

Auch die Dresdner Bibliotheken sind von den allgemeinen Schließungen betroffen. Aufs Lesen verzichten wollen die Dresdner allerdings nicht, wie neue Zahlen der Stadtverwaltung zeigen. So sind im März 35.000 digitale Medien ausgeliehen worden. Ein Rekord. Die Ausleihe von Medien im elektronischen Format, darunter E-Books und EAudio-Titel, hat um etwa 40 Prozent zugenommen. Gleichzeitig gibt es rund 30 Prozent mehr Nutzer des Angebots. Angesichts geschlossener Schulen steigt außerdem die Nachfrage nach den E-LearningKursen des „Onleihe-Portals“, so die Stadt.

SZ

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.