Zukunftskonzept des Städtischen Klinikums auf den Weg gebracht

Das Zukunftskonzept für das Städtische Klinikum Dresden steht. // Foto: AdobeStock

Der Termin, an dem – medizinisch wie baulich –  entscheidende Weichen für die Zukunft des Städtischen Klinikums Dresden gestellt werden sollen, rückt näher.

Die Beschlussvorlage zum Zukunftskonzept 2035 wurde an die Gremien des Stadtrats zur Beratung übergeben. Im Juni 2021 wird die Entscheidung des Stadtrats erwartet. Die Vorlage markiert einen wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Ausrichtung des Eigenbetriebes in den nächsten 15 Jahren.

Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann ist überzeugt: „Mit dem Zukunftskonzept bleibt sich das Städtische Klinikum Dresden treu und entwickelt sich weiter. Alle Standorte bleiben erhalten. Alle Mitarbeiter werden auch in Zukunft einen sicheren Arbeitsplatz in unserem kommunalen Eigenbetrieb haben Das vom Stadtrat beauftragte und in einem breiten Beteiligungsprozess erarbeitete Konzept vereint Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit. Es ermöglicht höchste Versorgungssicherheit für die Dresdnerinnen und Dresdner und die Menschen der Region – ganzheitlich und sektorenübergreifend. Schritt für Schritt arbeitet das Zukunftskonzept auf dieses Ziel hin. Zugleich stärkt es die Attraktivität des Klinikums als Arbeits- und Ausbildungsstandort in unserer Stadt.“

Ausgangspunkt für den aufgezeigten Weg ist die Neuausrichtung der medizinischen Strategie des Klinikums. Hierfür werden medizinische Fachbereiche mit ähnlichem bzw. ergänzendem Leistungsangebot organisatorisch gebündelt, weiterentwickelt und als interdisziplinäre Zentren schrittweise an einem Standort konzentriert. Die baulich-betriebliche Entwicklung folgt diesen Anforderungen am effektivsten in dem gemeinsam von Klinikum und Träger entwickelten Szenario des Campus-Konzepts. Es stellt sicher, dass alle Standorte in den kommenden Jahren ein attraktives und an den demografischen Entwicklungen angepasstes Leistungsspektrum entwickeln und vorhalten können. Zu Beginn der 2030er Jahre erfolgt dann die Bündelung der stationären medizinischen Angebote im Stadtteil Friedrichstadt mit 1.060 somatischen. Dazu gehören sämtliche operierende Fächer sowie das vollständige Spektrum der Inneren Medizin.

Medizinische Versorgung rund um die Uhr

Zusätzlich werden am Campus Friedrichstadt 40 psychiatrische Betten etabliert. Das sichert die häufig benötigte internistische Versorgung dieser Patient*innen. Am Standort Weißer Hirsch wird die Versorgung psychischer Erkrankungen mit etwa 220 Betten aufrechterhalten. Der Campus Neustadt/Trachau wird zu einem zeitgemäßen Gesundheitsquartier entwickelt, fokussiert auf die ambulante Versorgung. Dabei werden bereits bestehende Schwerpunkte – das Sozialpädiatrische Zentrum und das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen – ausgebaut. Eine Notaufnahme bleibt in Neustadt/Trachau mit zehn Betten erhalten und ermöglicht damit rund um Uhr die medizinische Versorgung und Sicherheit bei unklaren Notfällen insbesondere für Selbstvorsteller im Dresdner Norden. Bis 2035 entsteht in Neustadt/Trachau ein Quartier für alle Generationen mit breitgefächerten ambulanten medizinischen Angeboten – diese ergänzen die medizinische Versorgung für die Anwohner*innen im Stadtteil. Erweitert werden die Angebote der niedergelassenen Mediziner um Kurzzeitpflegeangebote sowie spezialisierte Wohn- und Pflegeformen am Campus.

Der Campus Trachau soll bis 2035 komplett umgestaltet werden. Quelle: Stesad GmbH

Fünf Jahre Bauzeit

Mit dem positiven Votum des Stadtrates im Juni 2021 für die strukturelle Konzeption unseres Klinikums wird das Zukunftskonzept baulich in drei Phasen zu je fünf Jahren auf den Weg gebracht. Jeder Zeitabschnitt beinhaltet konkrete Maßnahmen und Finanzbedarfe für die Umsetzung. Dadurch werden die städtischen Gremien kontinuierlich beteiligt.

Das gesamte Investitionsvolumen wird etwa 350 Millionen Euro betragen. Rund 70 Prozent fließen in Neubauten, die für eine moderne Medizin eine optimale Infrastruktur bieten. Die Finanzierung soll sowohl aus Eigenmitteln als auch Fördermitteln erfolgen.

Marcus Polle, Kaufmännischer Direktor des Städtischen Klinikums Dresden: „Bereits heute richten wir unsere Entscheidungen für Maßnahmen und Investitionen so aus, dass wir uns auf den Weg zu dem modernen medizinischen Gesundheitsversorger machen, den wir für 2035 beschreiben“.

So ist bereits der Neubau des Laborgebäudes am Standort Friedrichstadt mit 18 Millionen Euro im städtischen Doppelhaushalt 2021/2022 gesichert. Gleiches gilt für Fördermittel zum Umbau und Sanierung für Haus P an diesem Campus mit 42 Millionen Euro. Polle ergänzt: „Für die erste ‚Fünfjahresscheibe‘ bedarf es damit lediglich einer Entscheidung zum Neubau des Zentrums für psychische Gesundheit am Weißen Hirsch, über rund 95 Millionen Euro.“
Prof. Dr. Tobias Lohmann, beschreibt den Mehrwert: „Unsere Patientinnen und Patienten werden enorm profitieren. Von jung bis alt – die Versorgung findet an einem zentralen Campus statt – mitten in der Stadt. Die Bündelung unserer medizinischen Leistungen in sogenannten Zentren, verbessert zudem die Versorgungsqualität für die einzelne Therapie, da sich Mediziner disziplinenübergreifend zur Behandlung auf kurzem Weg abstimmen können. Zugleich schaffen wir für unsere Patienten ein zeitgemäßes Klinikumfeld, da 70 Prozent der Infrastruktur in dem Zukunftsszenario durch Neubauten realisiert werden. Das ist ebenfalls ein Mehrwert für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie profitieren von einem attraktiven und zeitgemäßen Arbeitsumfeld, von kurzen Wegen in modernen Gebäuden. Diese Strukturen schaffen verbessert Arbeitsbedingungen. Aufgrund der Größe und der Vielfalt des Leistungsangebots an einem Ort ergeben sich für unser hochqualifiziertes Personal vielseitige Einsatzmöglichkeiten“. Da Investitionen in diesem Szenario beispielsweise für die Medizintechnik nicht in Doppelvorhaltungen fließen, kann die Technik stets auf neuestem Stand gehalten werden, Mittel können zudem in Innovationen fließen: Exzellente Hochleistungsmedizin – attraktiv für Patientinnen und Patienten sowie hochqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Der Beschlussvorlage ging ein langer, sehr sorgfältiger und gründlicher Entstehungsprozess voraus. Ein Begleitteam aus leitenden Medizinern und Vertretern der städtischen Politik sowie des Personalrates des Städtischen Klinikums, hat sich intensiv mit dem Für und Wider auseinandergesetzt, Alternativszenarien reflektiert und Verbesserungsvorschläge diskutiert. Von Chefärzten, Führungskräften, der Pflege und der Verwaltung sowie einer breiten Mitarbeiterschaft erfuhr das Konzept Zustimmung.

Marcus Polle betont: „Wir sind uns bewusst, dass heute noch nicht alle Details feststehen und wir auch auf Sicht fahren. Deshalb ist es gut und wichtig, dass wir uns mit den fünf-Jahres-Abschnitten auf einen überschaubaren Weg machen und damit auch die Möglichkeit haben nachzujustieren“.

Das Städtische Klinikum Dresden ist eine der führenden Gesundheitseinrichtungen in der Region Dresden und versorgt in Ihrer Nähe mit rund 3.000 Mitarbeitern jährlich etwa 60.000 Patienten stationär und 110.000 ambulant. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der TU Dresden bildet das Klinikum Medizinstudenten aus.

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