Aus für die „Käseglocke“ am Albertplatz

Aus für die "Käseglocke"
Das Rollgitter bleibt unten, hier gibt es schon lange keinen DVB-Service mehr. // Foto: © René Meinig

Der rund Servicepunkt auf dem Albertplatz wird nicht mehr gebraucht und ist bereits geschlossen.

Vor reichlich acht Jahren kam das Aus auf dem Postplatz, nun folgt der Albertplatz. Jahrzehnte war der Albertplatz, zu DDR-Zeiten der „Platz der Einheit“, einer der wichtigsten Anlaufpunkte der Verkehrsbetriebe in Dresden-mit dem DVB-Hochhaus und dem Rundbau nahe den zwei großen Brunnen. Ein wichtiger Umsteigepunkt bleibt er, doch die Service-Präsenz des Nahverkehrsunternehmens auf dem viel befahrenen Platz in der Neustadt ist Geschichte. Genau genommen schon seit Mitte Dezember 2020.

Der Beschluss der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) über das Ende in der Servicestelle, die vergleichbar ist mit der „Käseglocke“ auf dem Postplatz, sei bereits im Sommer gefallen, sagt Unternehmenssprecher Falk Lösch. „Das passierte mit der Einführung des Bildungstickets.“ Dieser neue Fahrschein, den es seit dem 1. August gibt, musste zügig an alle Berechtigten ausgegeben werden. Das betraf alle Dresdner, die zuvor mit einem ermäßigten Abo oder einem Schülerfreizeitticket unterwegs waren – rund 27.000 Kunden. Das zusätzliche Personal der aktuell geschlossenen Servicestandorte – also der Albertplatz-Käseglocke und der Servicestation Prager Straße-wurde gebraucht, um diese Umstellung bis zum Start des neuen Schuljahrs hinzubekommen.

Doch sie war nicht der eigentliche Grund für das Ende auf dem Albertplatz. Das kam mit Corona. Der letzte Arbeitstag war dort der 11. Dezember 2020. Die Verkehrsbetriebe teilten damals mit, dass alle Servicepunkte ab dem 14. Dezember vorübergehend geschlossen bleiben. Inzwischen sind fast alle wieder offen. Ausnahmen sind die zwei an der Prager Straße und auf dem Albertplatz. Während die „Prager“ wiedereröffnet werden soll, bleibt die Albertplatz-Käseglocke dauerhaft geschlossen. Die Kundenwünsche haben sich verlagert“, erklärt Lösch diese Entscheidung, die Fahrgäste kämen jetzt verstärkt ins Kundenzentrum am Postplatz, „weil dort alles möglich ist, was die Kunden wollen“. Das heißt, es gibt dort Abos, jede Frage wird beantwortet, Schwarzfahrer-Fälle können bearbeitet werden. In den sogenannten Servicepunkten ist das nur begrenzt möglich. Außerdem spiele das Internet eine Rolle. Das heißt, in den Service-Dienststellen ist zu spüren, dass die Fahrgäste häufiger Tickets im Netz kaufen, Infos im Internet nachlesen und mehr auf analoge Besuche verzichten.

SZ

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