Auf „Hochzeitsreise“ in Duisburg

Auf „Hochzeitsreise“ in Duisburg
Koalaweibchen Sydney im Sommer 2020 im Zoo Dresden. // Foto: Zoo Dresden

Das Koalaweibchen Sydney aus dem Zoo Dresden soll die Blutlinie fortführen.

Mit der Ankunft von Koalaweibchen Sydney im April 2019 war der Zoo Dresden seinem Ziel näher gekommen, diese attraktive Tierart künftig auch erfolgreich zu züchten. Die Bedingungen im Prof. Brandes-Haus waren gut und mit dem 2011 geborenen Iraga sowie dem 2012 geborenen Mullaya standen zwei potentielle Zuchtpartner zur Verfügung.

Grundsätzlich schien die Chemie zwischen Sydney und Mullaya zu stimmen und in den vergangenen zwei Jahren konnten einige Deckakte beobachtet werden. Leider führten diese nicht zum Erfolg. Nach dem Tod von Iraga im März 2021 kam daher der Vorschlag des Zuchtbuchführers nicht ungelegen: um die europäische Koala-Population zu festigen, sollte Sydney für kurze Zeit in den Zoo Duisburg reisen, um dort mit dem erfahrenen 12-jährigen Koala-Männchen Irwin für Nachwuchs zu sorgen. Irwin hat bereits fünf Jungtiere gezeugt. Er wurde im Zoo Adelaide in Australien geboren und seine australische Blutlinie ist sehr wertvoll für die europäische Koalazucht. So startete Sydney am 26. November in Richtung Ruhrgebiet. Unser Revierleiter Olaf Lohnitz begleitete den Transport und blieb für einige Tage vor Ort, um seinem Schützling die Eingewöhnung zu erleichtern. Im Zoo Duisburg lebt eine größere Gruppe aus insgesamt acht Tieren. Koalas sind Einzelgänger und lassen nur während der Paarungsbereitschaft die Nähe eines Geschlechtspartners zu. In Duisburg werden daher die drei männlichen Tiere einzeln gehalten. Die drei Weibchen bilden mit zwei Jungtieren eine Gruppe mit funktionierender Sozialstruktur. Um sich an das neue Umfeld und den Geruch der anderen Koalas zu gewöhnen, wurde Sydney zu Beginn in diese „Mädels-Gruppe“ gesetzt.

In Dresden ein ruhiges Einzelgehege gewöhnt, war Sydney nach Aussage von Olaf Lohnitz von der großen Gruppe „stark beeindruckt“ und verweigerte zunächst die Futteraufnahme. Im Einzelgehege ließ ihre Scheu jedoch sofort nach und sie begann zu fressen. Bereits am nächsten Tag erkundete sie das leere Gehege von Männchen Irwin und nahm dessen Geruch auf. Sehr zum Wohlwollen von Irwin: bei dessen Rückkehr in sein Gehege zeigte er großes Interesse an Sydney und auch sie sendete eindeutige Signale.

Das erste sehr stürmische Zusammentreffen von Sydney und Irwin lässt hoffen, dass Sydney bei Rückkehr im Januar/Februar 2022 ein Jungtier im Beutel mitbringt. Circa 33 Tage nach der Zeugung wird das knapp 3cm große Jungtier geboren und klettert in den Beutel der Mutter, wo es sich an deren Zitze festsaugt. Dies wäre der Zeitpunkt, in dem Sydney wieder transportfähig wäre und nach Dresden zurück kommen kann. Dann dauert es noch einmal rund sechs Monate, bevor das Jungtier den Beutel der Mutter verlässt.

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