Dresden schrumpft weiter

Dresden schrumpft weiter
Wächst Dresdens Bevölkerung durch internationale Zuwanderung wieder an? // Foto: Pixabay

Die Stadt hat es nicht geschafft, den Einwohner-Abwärtstrend im Laufe des Jahres umzukehren.

Sachsens Landeshauptstadt wird kleiner. Zumindest, wenn es nach der Zahl der Einwohner geht. Ende September sind in Dresden nur noch 559.802 Menschen gezählt worden, die ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben. Das waren im Vergleich zum 30. September 2020 knapp 900 Einwohner weniger. Bereits im vergangenen Herbst hatte Dresden an Einwohnern verloren, damals aber nur etwa halb so viele wie jetzt.

Damit setzt sich der Bevölkerungsrückgang in Sachsens zweitgrößter Stadt fort. Ein Blick in die Statistiken der Stadtverwaltung zeigt, dass dies vor allem zwei Entwicklungen geschuldet ist: Zum einen sind zwischen September 2020 und September 2021 mehr Menschen gestorben als neu zur Welt kamen. Die Statistiker sprechen von einem Überschuss an Verstorbenen, der insbesondere in der zweiten Corona-Welle sichtbar geworden ist. Zwar kehrte sich das Verhältnis im Frühjahr und Sommer um. Das Defizit konnte aber nicht ausgeglichen werden: 5.546 Babys stehen 6.547 Verstorbenen gegenüber. Auch die rückläufige Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter spielt hier eine Rolle.

Schafft Dresden die Trendwende nach Corona?

Zum anderen sind mehr Menschen aus Dresden weggezogen. Allein zwischen Juni und September kehrten 10.038 Menschen der Stadt den Rücken. Im selben Zeitraum entschieden sich 9.993 Personen, ihren Hauptwohnsitz nach Dresden zu verlegen. Die meisten Wegzügler gingen ins Umland, wohingegen das Interesse aus dem Umland, nach Dresden zu ziehen, zurückgegangen ist. Unterm Strich hat Dresden rund 750 Einwohner durch Umzüge in die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Bautzen und Mittelsachsen verloren.

Anfang dieses Jahres war bereits eine weitere These ins Spiel gebracht worden: Demnach könnte die Corona-Krise nicht nur Umzugspläne verhindert haben. „Der Wachstumstrend der deutschen Großstädte der 2010er-Jahre wird sich nach der Pandemie wahrscheinlich nicht nahtlos fortsetzen, vielmehr ist ein deutlich abgeschwächtes Wachstum zu erwarten“, schätzte Professor Dieter Rink vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung im Sommer ein. Ein Faktor, der darüber entscheiden könnte, ob es die Großstädte zu neuem Wachstum schaffen, könnte die internationale Zuwanderung sein. Doch selbst wenn diese wieder in Gang kommen sollte, so sei ein attraktiver Wohnungsmarkt wichtig.

Ende 2020 zählte Dresden 561.942 Menschen mit einer Hauptwohnung in Dresden, Ende Dezember 2019 waren es 563.011.

Mehr Infos unter: www.dresden.de

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