Dresden plant neuen, klimaneutralen Stadtteil

Alter Leipziger Bahnhof
Die Fläche mit dem Alten Leipziger Bahnhof ist ein „Juwel“. Sie soll ein neues Sund vor allem klimaneutrales Stadtviertel werden. // Foto: SZ-Archiv/RenéMeini

Jetzt beginnt die Planung für den Alten Leipziger Bahnhof. Mitreden ist dabei erwünscht.

Die Fläche ist ein „Juwel“. Nirgendwo sonst in Dresden gibt es etwas Vergleichbares, überhaupt ist eine solch große und zugleich zentrale Fläche eine Seltenheit in einer Stadt. Das sagt Stefan Szuggat, der Leiter des Dresdner Stadtplanungsamtes. Etwas ganz Besonderes soll dort entstehen, ein ganz neues Stadtviertel und zugleich eines, für das es nirgendwo ein Vorbild gibt. Dieses neue Dresdner Viertel könnte selbst zum Vorbild werden für andere Städte, die eine Freifläche so umgestalten wollen, dass sie allen zeitgemäßen Erwartungen an ein neues Quartier entspricht.

27 Hektar „besonderes Standortpotenzial“

Die Rede ist vom ehemaligen Leipziger Bahnhof und den ihn umgebenden Grundstücken. Fast 900 Meter lang ist die Fläche an der Leipziger Straße und knapp 400 Meter breit an der „Erfurter“. Gegenüber der „Leipziger“ wird sie von den Bahnschienen begrenzt und den Abschluss bildet die Eisenbahnstraße. Die 27 Hektar haben „besonderes Standortpotenzial“, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne). „Der Leipziger Bahnhof war 1893 der Zielbahnhof für die erste deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden, es gibt dort Denkmalschutz-Architektur und geschichtsträchtige Objekte.“

Dresdner gesucht als Interessenvertreter

In sechs Schritten soll aus dem „Juwel“ ein neuer Stadtteil werden. Die ersten vier davon haben die Überschrift „Kooperative Quartiersentwicklung“. Dabei sollen laut dem Plan der Stadt unter Anleitung von Fachleuten wie dem „Büro für urbane Projekte“ aus Leipzig alle Interessensgruppen und alle Themen unter einen Hut gebracht werden. Zu den Interessensgruppen zählen neben den zwölf Grundstückseigentümern die aktuellen Nutzer, die Stadt und Dresdner, die gern mitreden wollen bei den Überlegungen über die Zukunft der Fläche. Sechs Dresdner werden dafür gesucht, sie gehören dann zu der aus allen diesen Interessensvertretern bestehenden „Begleitgruppe“. Der Auftrag dieser 48-köpfigen Gruppe: Sie soll die Aufgabenstellung für die Planer erarbeiten. Das sind dann Profis, mehrere Planungsbüros, die aus diesen Vorgaben das tatsächliche Quartier entwickeln. Eine Jury, in der wieder Vertreter der „Begleitgruppe“ vertreten sind, wählt dann den besten Vorschlag aus, der schließlich Grundlage für die Bauplanung wird.

Bis die Pläne reif sind, kann es lange dauern

Was der neue Stadtteil mal kosten wird, wie lange gebaut wird, wie viele Dresdner dort künftig wohnen werden – alles das ist noch unklar, die Planung soll das ergeben. Klar ist nur: Die derzeit zwölf Unternehmen sollen bleiben und in eineinhalb Jahren sollen die Überlegungen der „Begleitgruppe“ zur künftigen Nutzung abgeschlossen sein. Dann folgt das offizielle Verfahren, in dem die Wünsche, Erwartungen und Notwendigkeiten zu einem rechtlich und technisch einwandfreien Bauplan werden. Allein das dauert „mehrere Jahre“, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn. Alles das bedeutet: Beginnen die Arbeiten vor dem Ende der laufenden Dekade, ist das ein Erfolg. Kühn rechnet allerdings damit, dass es länger dauert, wenigstens zehn Jahre lang, bis die Pläne reif sind für den Bau des Viertels.

Die Vorgaben bis 2050 stehen jetzt schon fest

Dann sind noch etwa 15 Jahre Zeit bis zu einem Ziel, zu dem der Bau wesentlich beitragen soll. Spätestens 2050 soll Dresden klimaneutral sein. Deshalb gehören klimafreundliches Bauen, Wohnen und Arbeiten in dem neuen Stadtteil zu den Vorgaben, die jetzt schon feststehen.

Wer zu den sechs Bürgern gehören möchte, die in der „Begleitgruppe“ mitarbeiten, kann sich noch bis zum 4. Februar bewerben: dresden.de/alter-leipziger-bahnhof

C.S.

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