Wann kommen die ersten Radschnellwege?

Radschnellwege
Foto: Philipp Boehme

In Sachsen gibt es elf Korridore, die zu Radschnellwegen ausgebaut werden könnten. Vier davon verbinden Dresden mit dem Umland. Eine Machbarkeitsstudie wird Ende September öffentlich vorgestellt.

Radschnellwege sind laut Definition Radwege, die täglich von mindestens 2.000 Radlern (und ausschließlich nur von diesen) genutzt werden, eine direkte, Umweg freie und möglichst ebene Linienführung haben, mindestens drei Meter breit sein müssen, mit qualitativ hochwertigem Belag ausgestattet sind, hohes Fahrtempo ermöglichen und dauerhaft betrieben und gewartet werden – einschließlich Winterdienst.
Kurz: Radschnellwege sind baulich eigene Schnellstraßen nur für Radfahrer, quasi Staatsstraßen für Radler. Mit dem grünen Verkehrszeichen 350.1. haben sie zudem ein eigenes Verkehrszeichen. Sie sollen dort entstehen, wo Wohngebiete, Arbeitsstätten, Schul- und Ausbildungsstandorte möglichst direkt, zügig und sicher miteinander verbunden werden können.

Erste Potenzialstudie 2018, jetzt folgen Machbarkeitsstudien

2018 veröffentlichte der Freistaat Sachsen eine Potenzialstudie zu Radschnellwegen. Demnach könnte es sachsenweit elf Korridore für solche schnellen Pisten geben. Vier dieser Korridore verbinden die Landeshauptstadt Dresden mit den Umlandstädten Radebeul/Coswig, Pirna/Heidenau, Freital und Radeberg.


Hintergrund der Überlegungen: 96.000 Arbeitnehmer pendeln täglich aus dem Umland nach Dresden ein, umgekehrt kommen 58.000 zum Arbeiten in die Landeshauptstadt. Der Großteil der Pendler fährt mit dem Auto. Sollte es schnelle Radwege geben, so die Idee, würde ein Teil der Pendler vielleicht umweltfreundlich auf Drahtesel umsteigen.


Das bedeutet aber auch: Weil die Radschnellwege gemeindeübergreifende Verbindungen sind, betreut das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) die nächsten Planungsstufen. Dennoch hat die Stadtverwaltung 2019 eine eigene Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht und untersucht, wie Routenverläufe aussehen und vor allem baulich umgesetzt werden könnten. Die Studie liegt seit Sommer vor, die Ergebnisse fließen nun in die Planungen des LASuV ein.

Wie geht es mit den Radschnellwegen weiter?

Eine konkrete Zeitplanung mit Baustart und -ende gibt es noch nicht. Mögliche Verläufe sind dagegen schon konkreter. So könnte die Route nach Radeberg von Neustadt über Klotzsche und Langebrück geführt werden. Für diesen über zehn Kilometer langen Abschnitt im Stadtgebiet Dresden bereitet das Stadtplanungsamt derzeit einen Fördermittelantrag vor.
Für die Radschnellwege nach Freital und Pirna arbeitet die Dresdner Stadtverwaltung mit dem LaSuV an den Vorstudien für die Routenführung außerhalb des Stadtgebietes. Der Schnellweg Radebeul-Dresden wird von der Stadt Radebeul bis zur Stadtgrenze Dresden erarbeitet.


Die gesamte Machbarkeitsstudie wird am 27. September im Neuen Rathaus (Eingang Goldene Pforte, Beginn 18 Uhr) vorgestellt.

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