„Trümmerfrau“ vom Sockel geholt für Schönheitskur

Trümmerfrau
Bereit für die Schönheitskur: Die "Trümmerfrau" wird in einer Werkstatt in Wilsdruff umfassend restauriert. Foto: Pönisch

Die „Trümmerfrau“ ist in die Jahre gekommen. Seit 1968 steht sie an der Ostseite des Neuen Rathauses. Jetzt verlässt sie diesen Platz kurzzeitig.

Die große Frau mit Kopftuch, Kittelschürze, grobem Schuhwerk und Ziegelputzhammer in der rechten Hand kennt eigentlich so gut wie jeder Dresdner. Es ist die „Trümmerfrau“, ein Denkmal in Erinnerung an all jene Frauen, die nach 1945 aus den Kriegstrümmern Tag für Tag die erhalten gebliebenen Ziegelsteine für den Wiederaufbau der Stadt heraussuchten. Walter Reinhold schuf ihnen 1952 dieses Denkmal, das zunächst in Eisenguss entstand und in der Nähe des Georgplatzes zu finden war. 1967 wurde die überlebensgroße Skulptur neu in Bronze gefasst, seit 1968 steht sie auf dem großen Steinsockel an der Ostseite des Dresdner Rathauses.

„Trümmerfrau“ pünktlich zum 55. Standort-Jubiläum zurück auf ihrem Sockel

Seit Dienstagvormittag (15. November) steht der Sockel „oben ohne“ da. Die „Trümmerfrau“ nimmt eine Auszeit, sie befindet gerade auf dem Weg in der Werkstatt der Ostmann und Hempel Restaurierung und Handwerk GmbH in Wilsdruff. Hier wird sie gereinigt und von Salzeinlagerungen befreit. Kleine Schäden werden beseitigt, sie wird konserviert und erhält zum Abschluss einen Überzug aus Schutzwachs. Im Februar 2023 wird sie auf ihren Sockel zurückkehren.


Neugestaltung des Beetes rund um den Sockel

Ein neues Gesicht erhält auch das Pflanzenbeet rund um die Trümmerfrau. Es soll in ein Staudenbeet verwandelt werden, das ganzjährig blüht. 9.500 Blumenzwiebeln und 1.400 Staudengewächse wurden dafür in der letzten Woche eingesetzt. Darunter sind erstmals auch Stauden aus dem nordamerikanischen Raum, die wegen der klimatischen Veränderungen immer mehr in den Fokus von Planern und Gärtner rücken. Ehe die neue Bepflanzung auf dem 220 qm großen Areal ihre ganze Pracht zeigt, werden drei und vier Jahre vergehen.
Für die Schönheitskur der „Trümmerfrau“ und die Neubegrünung investiert die Stadt rund 39.000 Euro.

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