Jahresrückblick: Was uns 2022 so interessierte

Jahresrückblick 2022
Foto: Pönisch

„Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“, besagt ein Sprichwort. Wir haben trotzdem mal im DAWO-Jahrgang 2022 geblättert und eine Jahresrückblick erstellt…

Der Januar startete mit einer traurigen Meldung: Dynamo-Legende Dixie Dörner war am 19. Januar kurz vor seinem 71. Geburtstag gestorben. Eine nach ihm benannte Straße oder einen Platz gibt es zwar bis heute nicht in Dresden, dafür trägt die Fußballnachwuchsstiftung seit wenigen Wochen nun den Namen „Dixie-Dörner-Stiftung.

Im Februar berichteten wir über das zehnjährige Bestehen der Kulturloge Dresden, über das Thema Vermisstensuche und dass der Fernsehturmverein nach Zeitzeugnissen aus jener Zeit sucht, als fast jeder Dresdner einmal im Jahr hoch hinauf zum Kaffeetrinken fuhr. Und wir berichteten als erste darüber, dass auf der Emilienstraße 20 ein kleines Barock-Museum entstehen soll, das an die Geschichte des bekannten Dresdner Tintenherstellers erinnert. Dass die Resonanz auf den Beitrag so groß sein würde, konnten sich Torsten Meisel und Benjamin Venter überhaupt nicht vorstellen.

Zwei Dresdner „Canalettos“ stellten wir im März vor. Roland Schwenke und Roberto Preußer malen seit vielen Jahren originalgetreu Werke des berühmten Malers nach und lernten sich über diese Zeitung kennen. Weitere Themen: Baustart der Multifunktionsarena im Steyer-Stadion, Parkeisenbahn klagt über Personalmangel und „Corona macht‘s Verbrechern schwer – Zahl der Straftaten 2021 so niedrig wie 2011“.

Im April stellten wir Jaqueline Gräfe vor. Sie ist im bundesweiten „Eichhörnchennotruf“ engagiert und päppelt jedes Jahr dutzende junge oder verletzte Hörnchen auf. Außerdem: Start einer Serie über 50 Jahre Internationales Dixieland Festival Dresden, zu Besuch im Schulmuseum („Als der Lehrer noch den Rohrstock schwang“) und „Richtfest im Archiv der Avantgarden“ – über den Umbau des Blockhauses, das ab 2023 die einmalige Sammlung des Kunstmäzen Egidio Marzona beherbergen wird.
Außerdem zog im April eine Welle von Schockanrufen durch Dresden und erleichterte u.a. eine 87-jährige Seniorin um 50.000 Euro. Im Zoo wurde der Grundstein für das neue Orang-Utan-Haus gelegt.

Interessant war im Mai die Begegnung mit Torsten Meisel, der sich seit Jahren mit DDR-Werbefiguren befasst und es auf eine sehr beachtliche Sammlung gebracht hat.
Außerdem stellten wir das neue Leitungsteam des Dixieland Festivals vor, schrieben über das 9-Euro-Ticket, die neue camera obscura im Panometer Dresden und über die Reise von Koaladame Sydney in den Duisburger Zoo, wo sie für Nachwuchs sorgen sollte – was leider nicht klappte, wie wir Monate später erfuhren.

Was beschäftigte uns im Juni? Die Betrugswelle „Love Scamming: Abzocke statt Liebe“, 40 Jahre Dresdner Ferienpass, der neue DVB-MOBIshuttle, die im Zwinger von Archäologen freigelegten Reste der Mönchsbastei, der seit 30 Jahren tätige Verein „Jugend Arbeit Bildung“, der Langzeitarbeitslosen und Zugewanderten Beschäftigungsmöglichkeiten bietet und die Initiative „Dresden gießt“, sie sich nicht nur in Pieschen um durstige Bäume kümmert.

Im Juli besuchten wir die Restaurierungswerkstatt des Sächsischen Denkmalschutzamtes, wo 1.575 Alt-Akten zur Denkmalschutz-Geschichte restauriert worden waren. Wir waren zu Gast im Tafelgarten, wo Langzeitarbeitslose Obst und Gemüse für die Dresdner Tafel anbauen, stellten ein Verfahren vor, mit dem Graffiti-Schmierereien von Sandstein entfernt werden kann, schrieben über das Projekthaus „Fiduz“, das der Sonnenstrahl e.V. dank des Erbes von Olaf Böhme bauen kann und stellten die Wildvogelauffangstation in Kaditz vor. Ende Juli verkündeten wir die peinliche Absage der groß angekündigten Veranstaltung Internationaler Ironman.

Im Schönfelder Hochland, genauer in Reitzendorf, gibt es ein wirklich reizendes Kleinbauernmuseum, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feierte und über das wir schrieben. Die Semperoper erhielt im August nach einem Jahr Sanierungszeit ihre Greifen und Lyren zurück – große Sandsteinskulpturen, die auf dem Dach des Hauses thronen. „Was bitte ist ein Hufeisentelefon“ lautete die Frage in einem Beitrag zum Dresdner Fernmeldemuseum und dann starteten wir im August eine neue Serie „Was macht eigentlich …“, in der bisher über Karl-Heinz Kloppisch (40 Jahre lang Dresdner „Urania-Mann“), Petra Hoffmann (Sachsenkind Friedlinde), Künstler Alf Mahlow, Moderator Jürgen Karney und Olympiasiegerin Karin Enke zu lesen war. Ende August stellten wir Ingrid Voigtmann vor. Die engagierte Dresdnerin gründete vor zwölf Jahren die Initiative „TreeDD“ und sammelt seither unermüdlich Geld für neue Bäume, die im Stadtgebiet Dresden, vor allem im Großen Garten, gepflanzt werden.

Der September beginnt mit einer Hiobsbotschaft: Dem Projekt Tafelgarten fehlen 7.000 Euro, um bis Ende Oktober weitermachen und die Gemüseernte für die Dresdner Tafel einholen zu können. Die drohende sofortige Schließung wendet das Sozialamt ab, indem es die Summe übernimmt.
Außerdem beschäftigte uns das Damaskuszimmer im Japanischen Palais, das nach 25-jähriger Sanierungszeit in diesem Jahr endlich der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Schäfer Frank Ringling kämpft mit den Folgen eines Brandes, der seine Wirtschaftszelte vernichtete, in dem auch das Winterfutter seiner Schafherde lagerte. Und dann war in der DAWO ein Interview zu lesen mit Roland Kaiser! Dabei sprachen wir mit einem Zeitungsreporter, der denselben Namen trägt wie der große Schlagersänger, der jedes Jahr 50.000 Menschen ans Elbufer lockt. Veranstalter Mirco Meinel bekannte sich im September dazu, trotz aller noch bestehender Corona-Unsicherheiten, trotz Fachkräftemangel und Preisexplosion seine Weihnachtsdinnershow „Mafia Mia“ wieder auf die Bühne zu holen und wir fragten, wann endlich die neuen Stadtbahnwagen der DVB auf den Gleisen rollen werden. Deren Inbetriebnahme war erst für den Sommer, dann für den Herbst angekündigt und erfolgte schließlich im Dezember.

Im Oktober lernten wir Christel Göpel kennen. Die sympathische Dresdnerin widmet ihre Freizeit dem Bau und der Einrichtung von Puppenstuben und -häusern und hat wirklich ein erstaunliches Talent. Wir schrieben über Ronny Zenker, der sich mit seiner Firma „Bailando“ der Lebensmittelrettung verschrieben hat und über das Deutsche Archiv der Kulinarik, das an der SLUB gegründet wurde („Als die Queen Omelette statt Spagetti wählte“). Außerdem: Das Rundkino Dresden ist 50 Jahre alt, in der Uniklinik werden Vierlinge geboren und der Wiener Platz ist erneut Drogen-Hotspot in Dresden.

Im November steht fest: Der Dresdner Weihnachts-Circus wird sein 25-jähriges Bestehen feiern. Was noch nicht feststeht, aber diskutiert wird: Werden Bus- und Bahnfahren sowie Parken in Dresden teurer, damit die DVB ihre Finanzierungslücke schließen können? Im Dezember wissen wir: Der Stadtrat hat dem Vorschlag zur Gebührenanhebung nicht zugestimmt.
Auch in der DAWO zu lesen: Dresden will sich für die Austragung der Bundesgartenschau bewerben, die Stadt erarbeitet ein Konzept für das Umfeld des Kristallpalastes, das Denkmal „Trümmerfrau“ unterzieht sich in Wilsdruff einer Schönheitskur und „Netzwerkerin für Tierschutz“ Melli Reichel erzählt über ihr Engagement für Tierheime der Region.

Im Dezember informierten wir über das Richtfest am neuen Orang-Utan-Haus und dass mit René Girrbach ein neuer Betreiber des Gondelbetriebes am Carolasee gefunden ist, über die Eröffnung des neuen Edeka Simmel-Marktes in Bannewitz und die Bahnhofsmission am Dresdner Hauptbahnhof. Carola Pönisch

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