Melli Reiche, eine Netzwerkerin für Tierschutz-Vereine

Mellie Reiche
Was tun, wenn die einst so süßen Welpen nicht "funktionieren" wie erwartet? Oder werden dort geboren, weil ein trächtiges Tier nicht zum Leben des Halters passt. Wenn Tiere im Tierheim landen, dann ist der Mensch der Verursacher für das Fehlverhalten des Tieres. Foto: privat

Melli Reiche setzt sich schon seit vielen Jahren dafür ein, dass es Tieren gut geht. Das tut sie nicht in einem Verein, sondern als Privatperson, indem sie Tierheime und Tierschutzvereine miteinander vernetzt.

Was haben Corona-Einschränkungen, Ukraine-Krieg und Energiekosten-Explosion mit Tierwohl zu tun? „Sehr, sehr viel“, sagt Melli Reiche. „Weil sich nämlich alles, was Menschen belastet, auch auf ihr Verhältnis und ihren Umgang mit Tieren auswirkt.“

Beispiele? „Gibt es viele.“ So gab es zu Beginn der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom bei der Anschaffung von Haustieren. Auch Tierheime spürten das, hatten plötzlich ein paar freie Plätze. Nun, wo alles wieder seinen gewohnten Gang geht, landen die einst so knuffigen Miezen und Bellos in den Tierheimen. Dort mussten seit Februar aber auch viele Tiere aus der Ukraine untergebracht werden, bis sie einen EU-Tierpass und den entsprechenden Gesundheits-Check hatten. Steigende Energie- und Futterkosten schlagen bei allen Einrichtungen derzeit so richtig ein ins finanzielle Konto. Und zu all dem kommen jetzt noch deutlich höhere Tierarztkosten, weil zum 22. November nach über 20 Jahren die Gebührensätze angehoben wurden.
All das setzt jenen vereinsgeführten Tierheimen und den vielen gemeinnützigen Tierschutzvereinen und Lebenshöfen heftig zu. Und es bewegt Melli Reiche spürbar.
Die junge Frau engagiert sich schon sehr lange im Tierschutz und für Tierwohl. Aber was sie derzeit erlebt und noch kommen sieht, wird ihr wohl noch so manchen Kopfschmerz bereiten. Denn auch die Spendenbereitschaft, das ahnt sie, wird nachlassen. Wer jetzt sehen muss, wie er über die Runden kommt angesichts all der steigenden Kosten, der dreht jeden (Spenden)Euro nun vermutlich zweimal um.

„Ich helfe durch Spendenaktionen, bringe Spender, Helfer, Vereine zusammen“

Melli Reiche stammt aus der Oberlausitz, lebt seit 2003 in Dresden, arbeitet als Physiotherapeutin in der Stadt, hat selbst einen Hund und ein Handy, das eigentlich nie stillsteht. Wer bei ihr anruft weiß, dass sie helfen kann, zumindest aber eine gute Idee hat.
Mittlerweile unterstützt die 38-Jährige zwölf Tierheime, Tierschutzvereine und Lebenshöfe, darunter auch das Tierparadies MUHrielle, das zum Beispiel Rinder vor dem Schlachter oder aus unzumutbaren Haltungsumständen rettet. Eine Patenschaft von Omi-Milchkuh „Rosiene“ ist für sie ganz selbst verständlich. „Patenschaften sichern die Versorgungen der Tiere und sind gerade in der Weihnachtszeit auch eine fantastische Geschenkidee“, sagt Melli und rät, auch über solche Möglichkeiten der Tierhilfe nachzudenken.
Auch die Stadttauben-Initiative Dresden, die Hörnchenhausen-Auffangstation für Eichhörnchen Dresden, die Igelhilfe Radebeul, das Moritzburger „Zum Nager Glück“ sowie Tierheime in Horka, Pirna, Bautzen, der Lebenshof Staatz und andere haben sich schon über die Aktionen der Wahl-Dresdnerin gefreut.

Was sie konkret macht? Zum Beispiel kleine Tombolas oder Massage-Aktionen veranstalten. Handwerker vermitteln, wenn irgendwo etwas dringend repariert werden muss, aber kein Geld dafür da ist. Futter- und Sachspenden oder Katzenstreu auftreiben und verteilen. Und inzwischen weiß Melli auch genau, wo sie kurzfristig anrufen kann, wenn wieder einmal ein Hund, eine Katze, kleine Nager, ein Halsbandsittich, ein Schaf aus schlechter Haltung oder ein Mufflon mit Beckenbruch untergebracht werden müssen.

„Ein eigenes Tierheim? Das wäre zu schnell voll. Und ich bräuchte dann Hilfe“

Oft schon wurde die junge Frau gefragt, warum sie denn nicht selbst ein Tierheim oder Lebenshof eröffne. „Ich denke, wir brauchen nicht mehr Tierheime. Die vorhandenen Einrichtungen und Vereine leisten Großartiges und müssen erhalten bleiben. Dafür bräuchte es nur Leute, die mit anpacken und etwas mehr Aufmerksamkeit und Entlastung durch wichtige Themen wie eine Katzen-Kastrationspflicht“, sagt Melli Reiche. Die Vereine müssen mit ihren Sorgen gehört werden!
„Melli ist eine Macherin, keine Quatscherin“, bringt es Jaqueline Gräfe vom Eichhörnchennotruf e.V. auf den Punkt. Und Melli macht! Sie stellt in diesen Tagen wieder vier „tierische“ Weihnachtswunschbäume bei Dehner in Übigau, Hornbach in Kaditz und den beiden Geschäften von Zoo&Co Dassler auf. Und denkt schon an das große Tierschutz-Benefiz, dass sie im Juni 2023 zum 4. Mal und nur auf Sponsorenbasis organisieren wird.
Nicht jammern, tun. Melli Reiche lebt dieses Motto für die Tiere.

Wer helfen will, findet alle Informationen in den sozialen Netzwerken unter „Tierschutz Oberlausitz Dreiländereck“

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