Seltene Duftkamelie am Königsbrücker Schloss

Ein Bild kann Duft leider nicht transportieren. Doch die diesjährige Anschaffung im Königsbrücker Kamelienhaus hat einen leichten, betörenden Duft. Foto: Jirka Hofmann

Der Duft ist betörend. Zart und doch süß. Wie der Hauch einer Fee. Der Chef des Königsbrücker Heimatvereins, Peter Sonntag, ringt um Worte, um dieses Aroma beschreiben zu können. „Wer so einen wunderschönen Duft noch nicht wahrgenommen hat, sollte sich so eine einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen“, sagt er. Peter Sonntag hat eine neue Duftkamelie für das Königsbrücker Kamelienhaus am Schloss angeschafft.
Dort kümmert sich der Heimatverein bereits um drei Generationen dieser Pflanzen. Doch ein duftendes Exemplar ist noch nicht darunter. Solche Züchtungen sind bei Kamelien extrem selten. Wenige Sorten von Duftkamelien stehen Hunderten Arten der herkömmlichen Kamelien gegenüber.
Und Königsbrück hat viele davon. Schneeweißchen und Rosenrot sind die ältesten Kamelien. Die Bäume sind vermutlich schon rund 190 Jahre alt und gehören damit zu den ältesten Kamelien nördlich der Alpen. Dazu kommen verschiedene Sorten von Stauden und Spalierkamelien.

Zu Attraktion etabliert

„Fachleute sagen, Kamelien haben so faszinierende Blüten, da muss gar kein Duft dabei sein“, sagt Peter Sonntag. Er ist aber auch nicht hinderlich. Und so setzte sich der Chef des Heimatvereins seit Jahren dafür ein, dass eine große Duftkamelie nach Königsbrück kommt.
Der Heimatverein hat die Pflege der Kamelien vor über 15 Jahren übernommen. Damals waren die ältesten Kamelien in Gefahr. Zeitweise sprach man sogar davon, die Bäume auszugraben und in einem anderen Gewächshaus in einer anderen Stadt wieder einpflanzen zu wollen. Der Heimatverein hat die Kamelien Stück für Stück zu einer der Attraktionen in Königsbrück etabliert. In der Blütezeit, im Winter, sorgen freiwillige Helfer des Heimatvereins dafür, dass das Gewächshaus sonntags für Besucher offensteht.
Im Frühling, Sommer und Herbst pflegen und gießen sie die Kamelien und kümmern sich um die nötigen Rückschnitte. Darüber hinaus bemüht sich der Verein, den Gästen Jahr für Jahr etwas Neues zu bieten. In diesem Jahr fanden die Duftkamelien einen Platz im Gewächshaus.

Gefragt im Verkauf
Ein Mitglied des Vereins brachte die Pflanzen vor wenigen Wochen aus dem Coswiger Gartenbaubetrieb Risse mit. Mit dem arbeitet der Verein schon lange zusammen. Anfang Februar öffneten sich dann die ersten Blüten der Pflanze.
Obwohl sie deutlich kleiner sind als die der herkömmlichen Arten, ist das Interesse der Besucher groß. „Die Leute sind fasziniert“, sagt Peter Sonntag. Das merkt er auch am Verkauf. Der Heimatverein kauft Kamelien vom Gärtner und verkauft sie wieder als Souvenir. Duftkamelien sind seit zwei Wochen auch dabei. „Und gerade die waren innerhalb von Minuten weg“, sagt Sonntag. (Nicole Preuß)

 

Das Kamelienhaus in Königsbrück öffnet bis Ostern So. von 10 bis 17 Uhr. Gruppen können es auch wochentags nach Voranmeldung besuchen.

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