Neuer S-Bahn-Haltepunkt am Bischofsplatz

Heute endet eine 20-jährige Bau-Ära. Mit dem neuen Haltepunkt am Bischofsplatz und der Inbetriebnahme der S-Bahn-Gleise zwischen Dresden und Coswig schließt die Deutsche Bahn an diesem Sonntag den Ausbau zwischen Pirna und Meißen ab.
Als letzter Abschnitt im Eisenbahnknoten Dresden ist die Verbindung zwischen Radebeul-Ost und Dresden-Neustadt viergleisig ausgebaut worden. Binnen vier Jahren wurden auf dieser Strecke 13 Brücken sowie die Haltepunkte Pieschen und Trachau erneuert.
Der zuständige Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) rechnet mittelfristig mit knapp 3 000 Fahrgästen, die am Bischofsplatz – Schnittstelle zwischen Äußerer Neustadt und Hechtviertel – werktags ein- oder aussteigen. Gefeiert wird der neue Haltepunkt am 9. April auf der Terrasse am Bischofsplatz.
Über eine Milliarde Euro hat die Deutsche Bahn insgesamt in den Ausbau des Eisenbahnknotens gesteckt. Seit 2009 war die S-Bahnstrecke zwischen Meißen und Neustädter Bahnhof ausgebaut worden.„Wir haben die Voraussetzung geschaffen, dass die Linie 1 im dicht besiedelten Elbtalzwischen Meißen und Pirna im 15-Minuten-Takt fahren kann, also doppelt so oft wie heute“, sagt Projektleiter Klaus Riedel. Dies war ja auch das Ziel der Rieseninvestition.

Hahn zugedreht

Doch Schienen allein machen noch keine S-Bahnfahrt. VVO-Sprecherin Gabriele Clauss erklärt: „Im Moment ist völlig offen, ob und wann der Viertelstundentakt kommt.“ Denn für die dazu nötigen zusätzlichen Züge samt Steuerwagen fehlt es an Geld. Wie viel, konnte die Sprecherin zu Redaktionsschluss nicht sagen.
Die sogenannten Regionalisierungsmittel vom Bund flossen in Sachsen bislang in den Schülerverkehr oder wurden gar nicht ausgeschöpft. „Die CDU-geführte Regierung hat seit 2010 nur zwischen 74 und 78 Prozent der Regionalisierungsmittel weitergereicht“, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Katja Meier. Denn die Bundesgelder für den Nahverkehr sollen künftig anders verteilt werden, wobei Sachsen sogar noch weniger erhält. . „Es gibt aber noch keine. Entscheidung“, sagt Clauss.Der Schlüssel richtet sich nach Einwohnerentwicklung und Zugauslastung in den einzelnen Bundesländern. Wenn der umgesetzt wird, hat Sachsens Verkehrsministerium laut Sprecherin Sabine Penkawa schon zu rudern, um die Leistungsfähigkeit lediglich zu erhalten. (ug)

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