Pläne am Neumarkt

Schattenspendende Bäume auf dem Neumarkt rücken in greifbare Nähe. 2017 soll der Entwurf des Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt umgesetzt werden, der anstelle des alten Gewandhauses einen Platanenpark plant.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain von den Grünen hat dafür 750 000 Euro eingeplant. „Die Kosten sind im städtischen Haushalt gedeckt.“ 5 000 Euro davon stammen aus dem Landeswettbewerb „Ab in die Mitte 2015“. Mit seinem Beitrag „Vom Tuchmarkt zum Grünen Gewandhaus“ erhielt Dresden einen Anerkennungspreis, den Schmidt-Lamontain im Januar überreicht bekam. Des Weiteren stehen Spenden für Bänke und Bäume bereit, sagt er.
Rehwaldts Idee sind 28 Platanen, die in Doppelreihe u-förmig so wachsen sollen, dass sie zusammen wie eine nach hinten offene Halle wirken. Die Bäume könnten regelmäßig beschnitten werden, damit die Form von Dauer ist. Unter ihren Kronen wäre es hell, die Wirkung als Platz bleibe erhalten, so Rehwaldt. Er hatte sich von Baumreihen am Champs-Elysèes in Paris und am Stadtplatz von Dublin inspirieren lassen. Blumenbeete oder Rasen schloss er von vornherein aus.

Ein Basar nebenan

Am Boden der „Baumhalle“ plant der Landschaftsarchitekt unterschiedlich ausgerichtete Steinplatten, alle mit anderer Struktur und Farbe. Sie sollen an Tuchbahnen erinnern, die jahrhundertelang im Gewandhaus gehandelt wurden. Außerdem bilden die Platten einen optischen Kontrast zu den Pflastersteinen des Neumarkts.
Im benachbarten Quartier VII will Michael Kimmerle im dritten Quartal fertig sein. Der Komplex zwischen Schloßstraße, Kulturpalast und Johanneum umfasst Tiefgarage, Hotel, Mietwohnungen, ein Keller-Restaurant „Vapiano“, einen Eisladen, Büros und Geschäfte.
Nobelpreisträger Günter Blobel will in nächster Nähe an der Ecke Frauengasse das ehemalige „Au petit Bazar“ wiedererrichten lassen. Die Rede ist von zehn Millionen Euro, die der Professor dafür in die Hand nimmt. Dresdens erstes Kaufhaus von 1851 könnte laut Morgenpost bis 2018 neu entstehen. Neben ebenerdiger Kunstgalerie und Durchgang zum Hof plane Architekt Michael Kaiser hinter den Fassaden Appartements und sowie im Barockflügel an der Frauenstraße vier kleinere Wohnungen mit Loggien.
In dieses Quartier könnte eines Tages der Dinglinger-Brunnen vom Hotel Gewandhaus zurückkehren, wo er seit seiner Bergung und Anbringung in den 1960ern darauf wartet. Das Chiapponische Haus in der Frauenstraße 7 hingegen erhält vom Architektenbüro „Alexander Poetzsch“ einen modernen Entwurf. (kühl, ug)

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