Auf zur Igel-Stadtpartie: nach Dresden-Niedersedlitz

Das sanierte und zu Wohnungen umgebaute Gebäude der früheren Kunstanstalt. Foto: Rainer Nitzsche

Im „Ortsstatut, die Feststellung von Fabrikbezirken in Dresden betreffend“ vom 5. Februar 1878 erlässt die Stadt Dresden – im Anschluss an die Regelungen der Allgemeinen Bauordnung von 1866 – ein Bauverbot für Industrieanlagen in Teilen der Stadt und verweist damit sämtliche größeren Industriebetriebe an den Stadtrand und in die Nachbarorte. Diese Regelung und die seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Ort führende Bahnlinie in Richtung Prag bilden die Grundlage für den raschen Aufstieg von Niedersedlitz zur Industriegemeinde.
Zu dieser Zeit erwirbt A. Dankelmann die Niedersedlitzer Wassermühle, die jedoch 1892 bei einem Brand vollständig zerstört wird und den Anlass für die Gründung einer Feuerwehr liefert. Beim Neubau der Mühle wird deren Antrieb allerdings auf Francis-Turbinen umgestellt und das Gebäude in eine Kunstmühle umgewandelt.
Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich aber nicht nur große Industriebetriebe wie das spätere Sachsenwerk an, sondern auch zahlreiche Druckereien und lithographische Anstalten, Dünge- und Futtermittelfabriken sowie Gärtnereien, Baum- und Rosenschulen. Das Gebäude einer dieser lithographischen Anstalteder früheren Kunstanstalt, das später einer Stahldrahtmatratzenfabrik gehörte, wurde 2013/14 von der im baden-württembergischen Böblingen beheimateten Ventar Immobilien AG aufwendig saniert und zu 43 Wohnungen umgebaut.

Wohnen in der Kolonie

Wohnungen wurden auch schon in Zeiten der fortschreitenden Industrialisierung verstärkt benötigt. Ab 1912 errichtete die 1908 in Döhlen gegründete Baugenossenschaft Dresden-Land e. GmbH die sogenannte Kolonie. Dieses Wohngebiet, unter Einheimischen besser bekannt als „Blumensiedlung“, wurde nach denselben Grundsätzen angelegt, nach denen ab 1906 Hellerau als erste deutsche Gartenstadt geplant wurde. l D Rainer Nitzsche

Niedersedlitzer Orts- und Industriegeschichte(n):
am Sonnabend, dem 4. Juni, um 14 Uh, Treffpunkt an der End-Haltestelle Linie 6/Bahnhof Niedersedlitz

www.igeltour-dresden.de

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