Orient trifft Okzident im Dresdner Rathaus

Schwarz-weiß-Grafiken des Dresdner Künstlers Dirk Fröhlich hängen im Rathaus neben der Kalligrafie „Damaskus“ von Mohammad Ghanoum. Foto: Una Giesecke

Der vierte und letzte Teil der Jahresreihe „Verwebungen. Orient – Okzident“ ist zurzeit im Rathaus zu sehen. Dort stellt der Dresdner Verein „Freunde des modernen Orients“ in der Ausstellung „Bewegung“ die Schönheit des geschriebenen Wortes in den Mittelpunkt und zeigt Arbeiten von Künstlern aus Dresden und Nahost.
Die Kreise und Radierungen von Katrin Süss finden international große Anerkennung. Ihre Gedanken fängt sie in eigenen Schriften und Zeichnungen ein und gestaltet diese zu Kunstwerken.
Dirk Fröhlichs Grafiken sind eigens für diese Ausstellung entstanden und spielen mit Begriffen, die im sinnbildlichen Umfeld von „Bewegung“ zu finden sind. Die „Bausubstanz“ seiner Werke ist die Klangnotation der Wörter, aus denen er Zeichen entwickelt. Diese gestaltet er als Bild, das wiederum einen Hinweis auf den Sinn des jeweiligen Wortes gibt.
Till Ansgar Baumhauer hat für die „Poems from Herat“ mit afghanischen Künstlern zusammengearbeitet. Die Bildserie mit Versen von Andreas Gryphius, einem Madrigal von Heinrich Schütz und Flugblattpropaganda ist im Rahmen seiner Promotion 2015 an der Bauhaus Universität Weimar entstanden.
Zwei der bedeutendsten orientalischen Kunstkalligrafen der Gegenwart sind ebenfalls repräsentiert. Hassan Massoudy ist im Irak geboren und lebt seit 1969 in Paris. Er übersetzt philosophische Gedanken in klangvolle Farbgebilde. Gezeigt werden drei Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 2007/2008 aus einer privaten Sammlung. Mohammad Ghanoum lebt und lehrt in Damaskus an der Fakultät für Architektur und an der Kunsthochschule. Trotz seines Weltruhms und internationaler Ehrungenist er seiner Heimat treu geblieben. Seinen eigenen und für ihn typischen Stil entwickelte der Damaszener Künstler und Kalligraph bereits Mitte der siebziger Jahre. Im Mittelpunkt seiner Werke steht das Wort, aus denen sich einzelne Buchstaben lösen, die sich in berauschender Bewegung zu Arabesken bilden. Worte wie „Sham“ (Damaskus), „Liebe“ (Hubb) oder „Al-Watan“ (Die Heimat) werden in seinen Werken zu musikalisch anmutenden Kompositionen. (dawo)

bis 28. September, Galerie 2. Stock, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, Eintritt frei

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