Annelis Mörder kriegt lebenslänglich

Annelis Mörder Markus Beißer Foto: Ove Landgraf

Annelis Mörder kriegt lebenslänglich ohne Bewährung. „Markus Beisser war der aktivere Täter“, begründete Richterin Birgit Wiegand gestern das Urteil am Landgericht Dresden vor über hundert Zuhörern. Der 40-jährige Entführer, Folterer und Mörder der 17-jährigen Tochter des Bauunternehmers Uwe Riße aus Robschütz bei Meißen hatte einen Gehilfen, der sich durch Unterlassung schuldig gemacht hat. „Norbert Klein tat nichts, um den Tod des Mädchens zu verhindern“, wirft Wiegand ihm vor und setzte das Strafmaß auf achteinhalb Jahre fest. Dem 62-Jährigen kam zugute, dass er im Gegensatz zu seinem Kumpan bislang straffrei gelebt, Reue gezeigt und maßgeblich zur Aufklärung des Falles beigetragen hatte.
Weit über eine halbe Million Euro Schulden hatte der vorbestrafte Betrüger Markus Beisser über die Jahre angehäuft und seiner Familie notorisch das Gegenteil vorgelogen. Zwei unprofessionelle Erpressungen waren schon gescheitert, nun verlangte der gewissenlose Täter von Uwe Riße 1,2 Millionen Euro. Der Vater erklärte sich auch bereit zu zahlen, der Stümper aber konnte keinen realisierbaren Übergabemodus vorschlagen. Aus der Erkenntnis heraus, dass Anneli ihn später identifizieren könnte, brachte er sie um. „Absolut sinnlos, dumm und absolut dilletantisch“, urteilte die Richterin.
Die leidgeprüften Eltern Ramona und Uwe Riße haben mehrere Gedenkorte und eine Stiftung für ihr geliebtes Nesthäkchen geschaffen, dennoch steht die Ehe am Rande des Abgrunds. „Bei allem Schrecklichen hält Ihre Familie doch zusammen, bewahren Sie sich das! Anneli hätte sicher nicht gewollt, dass die Familie an ihrem Tod zerbricht“, sagte die lebenskluge Richterin am Ende ihrer zweistündigen Urteilsbegründung.

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