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Orangen kehren in den Dresdner Zwinger zurück

Die ersten Bitterorangen-Kübelbäumchen stehen schon im Innenhof des Dresdner Zwingers. Foto: Una Giesecke

Ein Festumzug mit über 100 barock Kostümierten feiert am 20. Mai ihre Rückkehr. Nach drei Jahren Pflanzenpflege werden 76 Bitterorangenbäumchen seit Beginn dieser Woche im Dresdner Zwinger aufgestellt. Der Freundeskreises Schlösserland Sachsen e. V. lädt aus diesem Anlass am kommenden Sonnabend ab 11 Uhr zu Kaffee und Kuchen im Innenhof ein. Ab 14 Uhr sammeln sich die Umzugsteilnehmenden im Stallhof, um 14.15 Uhr mit Pferden, Kutschen und Fanfaren loszuflanieren und ein Stück höfisches Zeremoniell  des 18. Jahrhunderts zu zelebrieren. Im Zwinger wartet ein Darsteller Augusts des Starken, um gegen 15 Uhr das letzte Kübelbäumchen in Empfang zu nehmen.

Denn auf ihn geht der historische Ursprung der „Äpfel aus China“, der Apfelsinen, an der Stelle des heutigen Wallpavillons zurück. Nach dem Vorbild des französischen Sonnenkönigs wollte auch der Wettinerfürst und polnische König eine Orangerie haben. Die ersten Kübelpflanzen hatte er 1709 auf der Leipziger Messe erworben. Den halbrunden, dreistöckigen Terrassengarten dafür plante er per Handskizze in einem Teil des Zwinger genannten Raum zwischen äußerer und innerer Stadtmauer. Ein Jahr später standen bereits Hundert italienische Bäume im Sommer im Hof und auf Konsolen vor den Fenstern einer der schönsten Orangerien Deutschlands, die bis 1880 bestand.

2013 kaufte die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH  die aus Italien stammenden Bitterorangenbäumchen (Citrus aurantium) in der Baumschule Ardea, südlich von Rom, an. Im Mai 2014 wurden sie in den Barockgarten Großsedlitz, das sächsische „Versailles“, überführt und in der dortigen Orangerie für ihren Umzug in den Dresdner Zwinger kultiviert.

Bis zu 3,80 Meter hoch sind die Kübelpflanzen, die von Großsedlitzer Gärtnern aufgestellt und gepflegt werden. Foto: Una Giesecke

Im September müssen die empfindlichen Zitruspflanzen allerdings wieder in den Barockgarten Großsedlitz zurückgebracht werden, um dort zu überwintern bis zum nächsten Mai. Das kostenintensive Beheizen, Pflegen und Bewirtschaften wird über Spenden gedeckt. Zurzeit haben 50 Bäumchen einen Paten gefunden, weitere sind gesucht. Die Mindestlaufzeit für eine Patenschaft beträgt fünf Jahre und kostet insgesamt 2.750 Euro. Essen kann man die bitteren Früchte kaum. „Daraus wird Orangenmarmelade gemacht und verkauft“, sagt Gärtner André Härtig.

Paten-Telefon: 0351 563911002, www.der-dresdner-zwinger.de

 

 

 

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