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Autonom und elektrisch – Dresdens Bus der Zukunft

Das Maskottchen Leo der Dresdner Verkehrsbetriebe bringt den fahrerlosen E-Bus "Trapizio" zum Stehen. Foto: Una Giesecke

Dresden. Die Antwort Dresdens auf den Diesel-Krisengipfel lautete am heutigen Dienstag: „Es gibt Alternativen.“ Die Verkehrsbetriebe (DVB) stellten auf der Teststrecke im Depot Trachenberge einen selbstfahrenden Elektrobus vor. Er hat keine Fahrerkabine, sondern im Innenraum zwei gegenüberliegende Fahrgastbänke. Das fahrerlose Stromfahrzeug für maximal 15 Personen hat der Schweizer ÖPNV-Zulieferer Trapeze zu seiner gerade stattfindenden Anwendertagung in Dresden kurzerhand mitgebracht, um hier mal „ein Stück Zukunft zum Anfassen“, wie es der Bautzner Landrat Michael Harig bezeichnete, zu demonstrieren.

Dass die elektromobile Zukunft gar nicht mehr so fern ist, demonstrieren die bereits fahrende Hybrid- und E-Busse auf den sechziger Linien in Dresden. Peter Schneck von Trapeze erklärte: „Wir beliefern Singapur, Riad oder Helsinki, die bis 2025 ihre Innenstädte autofrei bekommen wollen.“ Neu an dem vorgestellten Fahrzeug ist allerdings der Ersatz des Busfahrers durch Computersteuerung. Der Wegfall teurer Personalkosten würde den öffentlichen Nahverkehr auch in dünn besiedelten ländlichen Regionen bezahlbar machen, meinte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain.

Noch ein paar Kinderkrankheiten

Bis eines Tages solche fast lautlosen Robotertaxis wenige Minuten nach Anruf vor der Haustür halten, um einzelne Leute aus einem Randwohngebiet oder dem Umland zu den Verkehrsanschlüssen ins Zentrum zu bringen, gilt es, Kinderkrankheiten zu kurieren. Beispiel: Als Maskottchen Leo auf der Testlinie dem „Trapizio“ genannten Bus ins Bild läuft, hält dieser ruckartig an.

Das ist gut für die Sicherheit von Fußgängern, die den leisen Stromwagen überhören könnten, weil er nur Abluft- und Rollgeräusche von sich gibt. Schlecht ist es für die Flüssigkeit des Verkehrs, wenn das Fahrzeug mit Spitzentempo 25 dann auch noch alle paar Schritte stehen bleibt, weil es irritiert ist – von Ästen, die es für Kinderarme hält, oder von Neubauten am Straßenrand, die beim Vermessen der Strecke noch nicht da standen. Was ist mit verschneiten Ampeln oder Verkehrsschildern?

Die Entwickler haben also noch einige Lösungen auszutüfteln: Anfällige Sensoren und Kameras müssen alltagstauglich gemacht, Notfälle bedacht, Ladeinfrastruktur und Datensicherheit geschaffen sowie Fahrzeuge und Strecken designt, gewartet und instandgesetzt werden. Und für all das wird wohl auch künftig menschliche Arbeitskraft gebraucht werden.

 

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