Der Mythos um Kaiserin Elisabeth von Österreich

Hofburg Wien, Sisi Museum, Biografie der Kaiserin © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., Foto Alexander Eugen Koller

Zu Weihnachten war es wieder soweit. Im Fernsehen lief traditionell die Trilogie „Sissi“ mit Romy Schnei- der und Karl-Heinz Böhm in den Hauptrollen. Doch entspricht das Bild der be- liebten und stets rühren- den Kaiserin von Öster- reich und Königin von Un- garn, das Romy Schneider verkörpert, tatsächlich der Realität?

Über die wahre Elisabeth, die übrigens verkürzt nur „Sisi“ geschrieben wird, erzählt das gleichnamige Museum in der Hofburg zu Wien. Die Ausstellung zeigt auf, wie die kleine Sisi aus Possen- hofen zur Kaiserin wurde. Es präsentiert Kleider und Tagebucheinträge, Zei- tungsausschnitte, stellt originalgetreu einen Hof- wagen nach, in dem die Kaiserin auf ihren zahlreichen Reisen unterwegs war, und bietet sogar einen Brief ihres Hof-Zahnarztes auf.

Die Ausstellung verfolgt die junge, unbedarfte Kaiserin, die übrigens gar nicht so viel Probleme mit ihrer Schwiegermutter hatte, wie es der Film er- zählt, genauso, wie die Kaiserin, die sich mehr und mehr von ihren Amtspflichten und ihrem Mann entfernte und ihr Heil in Reisen, die stets ei- ne Flucht aus der regulierten Welt am Hofe darstellten, suchte.

Das Bild aus dem Film bekommt neue Farbspektren und wird so besser zusammengefügt. Denn nicht die junge Kaiserin war die Beliebte im Volk, sondern der regierende Franz Joseph, der sich stets um sein Volk sorgte und kümmerte. Sisi be- kam ihre Popularität erst nach ihrem tragischen Tod in Genf, wo sie von ei- nem Separatisten ersto- chen wurde. Der Kaiser übrigens soll an ihrem Grab gesagt haben: „Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich diese Frau geliebt habe.“

Der Ausstellung im Sisi Museum folgt noch ein Rundgang durch die kai- serlichen Gemächer und Räume des ehemaligen Schlosses. Fazit: Insgesamt ist die Schau nur teilweise gelungen. Es fehlt an der einen oder anderen Stelle an der nötigen Liebe zum Detail. Stattdessen erwar- tet den Besucher bei ent- sprechender Taktung ein Gefühl der Massenabfertigung, wenn sich Dutzende durch die schmalen Gänge drücken. Ohne Audio- Guide kann der Darstellung nur teilweise gefolgt werden. Denn an vielen Exponaten fehlen Beschreibungen. Personal, das Fragen beantworten könnte, ist rar gesät.

Auch für Kinder ist die Ausstellung eher weniger geeignet. Großes Manko: Es gibt keine Garderobe, sodass Jacken und Taschen und Rucksäcke mitgeführt werden müssen und den engen Raum noch enger machen. An- gesichts des doch recht hohen Eintrittspreises ist zu hoffen, dass die Verant- wortlichen die Ausstel- lung noch nachbessern.


Hofburg, Kaiserappartements, Sisi-Museum und Schatzkammer, Eintritt 13,90 Euro (16,90 Euro mit Führung) für Erwach- sene, Kinder zahlen 8,20 Euro (9,70 Euro). Zudem gibt es Er- mäßigungen mit der Wien Card. Weitere Informationen: www.hofburg-wien.at

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