Neue Ausstellung erzählt vom Leben im Wandel der Zeit

Jung verheiratet um 1900 - per Selbstauslöser fotografierte sich das Ehepaar Wagner bis 1942 alljährlich unterm Weihnachtsbaum. Foto: PR
Jung verheiratet um 1900 - per Selbstauslöser fotografierte sich das Ehepaar Wagner bis 1942 alljährlich unterm Weihnachtsbaum. Foto: PR

Dresden. Richard Wagner, nein, nicht der Komponist, sondern ein ganz normaler Bürger, und seine Frau Anna schreiben posthum Geschichte. Denn ein unverstellter, privater Blick auf das Ehepaar unterm Weihnachtsbaum in den Jahren 1900 bis 1945 zeigt deutsche Kultur- und Wirtschaftsgeschichte im Laufe der Zeiten. Zu sehen ist die Fotoserie, die nach ihrem Tod in die Sammlung des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf gelangte, noch bis Lichtmess in der Dresdner Dreikönigskirche.

Anfangs schmaucht der junge Gatte noch seine lange Pfeife, später wird die Zigarre zum Statussymbol. Der Eisenbahner und seine Ehefrau gehören zur Mittelschicht, durchleben zwei Weltkriege und zeigen mit ihrem Gabentisch, was seinerzeit Prestigeobjekte waren: die Kochkiste, der warme Mantel, Kleidung, Schmuck, ein Staubsauger und immer wieder Lebensmittel in schlechten Zeiten. Tapetenwechsel 1911, danach klickte der Selbstauslöser bis zum Schluss vor derselben Tapete. Hing 1914 noch eine Landkarte mit den Markierungen der Truppenbewegungen an der Wohnzimmerwand, so fehlt ab 1933 jeglicher Hinweis auf politisches Interesse. Die Zeitereignisse schildern die aufschlussreichen Begleittexte.
Fazit: Anregend für alle, die persönliche Erinnerungen mit dieser Zeit verbinden, und aufschlussreich für alle, die sich für Alltagsgeschichte interessieren.

Die Ausstellung ist noch bis zum  2. Februar, in der Dreikönigskirche, Hauptstraße 23, zu sehen. Öffnungszeiten:  Mo. bis Fr., 9 bis 18 Uhr, Sa., 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei, Haus der Kirche

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