Droge Nummer eins in Dresden ist Alkohol – Suchtbericht 2018 veröffentlicht

Alkohol kann ebenso zu einer Sucht werden, wie der Konsum von Drogen, Zigaretten Rauchen oder das übermäßige Nutzen von Internet, Spielen oder Sozialen Netzwerken. (Foto: Pixabay)
Alkohol kann ebenso zu einer Sucht werden, wie der Konsum von Drogen, Zigaretten Rauchen oder das übermäßige Nutzen von Internet, Spielen oder Sozialen Netzwerken. (Foto: Pixabay)

Nun ist es amtlich: Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden hat Mitte der Woche den Suchtbericht 2018 veröffentlicht. Demnach bleibt Alkohol nach wie vor die „Problemdroge Nummer eins“ unter den Dresdnerinnen und Dresdnern. Laut Krankenhausstatistik* sind etwas über drei Viertel der mit Substanzmittelmissbrauch im Zusammenhang stehenden Krankenhausaufenthalte alkoholbedingt (77,3 Prozent). Damit ist der Alkoholanteil an den Behandlungsfällen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (2015: 73,3 Prozent). Immerhin jeder vierte Krankenhausaufenthalt ist inzwischen auf riskanten Alkoholkonsum zurückzuführen.
Problem Nummer zwei sind Verhaltenssüchte. Dazu zählen zum Beispiel das pathologische Glücksspiel und problematischer Mediengebrauch. Sie machen etwa neun Prozent aller Beratungsanliegen in Dresdner Suchtberatungs- und Behandlungsstellen aus. Auf Platz bereits drei und vier folgen Crystal Meth und Cannabis. Auch wenn die Fallzahlen von Crystal-bedingten Krankenhausaufenthalten rückläufig sind, weist der Freistaat Sachsen im bundesweiten Vergleich nach Thüringen und Sachsen-Anhalt noch immer eine der höchsten Falldichten auf (32 Fälle je 100 000 Einwohner; 2015: 45 Fälle). Während sowohl stationär als auch ambulant die Behandlungszahlen infolge des Konsums von Crystal Meth weiter sanken, stiegen sie bezogen auf den Cannabis-Gebrauch dagegen in 2018 weiter an. Hinsichtlich aller illegalen Drogen nehmen in den Suchtberatungs- und Behandlungsstellen die Cannabis-Beratungen inzwischen 38 Prozent ein (Vorjahr 31 Prozent) und die Beratungen in Folge des Gebrauchs von Crystal Meth 47 Prozent (Vorjahr 50 Prozent). Auch in den Krankenhausstatistiken fällt Cannabis ins Auge. Krankenhauseinweisungen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen, die mit Cannabis in Verbindung stehen, haben sich in der Zeit von 2012 (34 Fälle) bis 2016 (109 Fälle) nahezu verdreifacht.
Der Suchtbericht widmet sich aber auch der Rauschgiftkriminalität. Im Jahr 2017 wurden im Stadtgebiet Dresden 2 818 Rauschgiftdelikte registriert. 2016 waren es dagegen nur 1 941 Fälle. Das entspricht einer Steigerung innerhalb eines Jahres um 45,2 Prozent. Dieser starke Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass erstmals 528 Fälle des Zolls in die Statistik einflossen. Der Anteil der Rauschgiftdelikte an der Gesamtkriminalität stieg damit von 3,3 Prozent auf 3,6 Prozent an. Am häufigsten werden Personen mit Cannabis aufgegriffen. Im Jahr 2017 waren es 1 659 Fälle. Das sind fast 600 Fälle mehr als noch 2016 und damit ein neuer Rekord.

Der Suchtbericht des Dresdner Gesunheitsamtes erscheint jährlich. Er fasst alle Trends und Fakten zu suchtspezifischen Problemen aus dem ambulanten und stationären Bereich der Suchtbehandlung in Dresden zusammen, enthält ein Lagebild der Polizei und beschreibt neue Wege in der Suchtprävention. Er ist für alle Interessierten frei zugänglich und kann hier vollständig gelesen bzw. heruntergeladen werden.

Gesundheitsamt, Landeshauptstadt Dresden
Besucheranschrift: Ostra-Allee 9, 01067 Dresden
Telefon 0351-4885301, 
E-Mail gesundheitsamt@dresden.de
Öffnungszeiten: Mo 9-12 Uhr, Die 9-18 Uhr, Do 9-18 Uhr und Fr 9-12 Uhr.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.