Globus will nicht vom Standort am Alten Leipziger Bahnhof abrücken

Alter Leipziger Bahnhof Ideenwettbewerb 2019
Das Gelände am Alten Leipziger Bahnhof ist heftig umstritten. Foto: Sven Ellger

Eigentlich waren die Fronten geklärt: Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit hatte sich klar gegen einen Globus-Markt auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs positioniert und die Verwaltung damit beauftragt, gemeinsam mit Globus einen alternativen Standort für den Einkaufsmarkt zu finden. Stattdessen sieht man auf dem Grundstück Potenzial für bis zu 1700 Wohnungen und zusätzliche Büros.

Kein Ausweichsstandort

Doch die Rechnung geht offensichtlich nicht ganz auf. Denn Globus ist bereits Eigentümer der Grundstücke beziehungsweise hat notariell beglaubigte Vorverträge. Und genau dieser Fakt könnte nun das große Konfliktpotential des Areals in der Leipziger Vorstadt offenbaren. Denn wie Globus im August der Stadtverwaltung mitteilte, konnten sich die Verantwortlichen auf keinen der 18 möglichen Ausweichstandorte für den Markt einigen. Und Globus möchte nun offenbar unbedingt auf dem Grundstück am Alten Leipziger Bahnhof bauen.

Konzept neu, Probleme alt

Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hat den Stadtrat nun über ein alternatives Konzept unterrichtet, das derzeit von Globus erarbeitet werde. Die Verkaufsfläche des Marktes solle demnach nur 5 500 bis 6 500 Quadratmeter statt wie bisher geplant 8 800 Quadratmeter betragen. Zusätzlich seien Wohn- und Büroeinheiten geplant.
Das stößt auf unterschiedliche Meinungen in den Stadtratsfraktionen. Die Grünen fordern Globus auf, sich wie vereinbart auf die Suche nach einem Ausweichstandort einzulassen, da das Areal für kleinteiliges Gewerbe, Wohnungen und Platz für Kreative genutzt werden soll. Auch die SPD lehnt einen Supermarkt in der von Globus geplanten Dimension ab.
Holger Zastrow von der FDP hingegen sieht ein von Rot-Grün-Rot verursachtes „Planungschaos“ in der Leipziger Vorstadt und sprach sich für eine konstruktive Lösung gemeinsam mit Globus für diesen Standort aus. Dann Fakt ist: Ohne den Grundstückeigentümer geht auf dem Areal nichts.

Kommt es zu einem Rechtsstreit?

Grundsätzlich könnte Globus aber einfach einen Supermarkt bauen. Das steht jedoch im Gegensatz zu dem vom Stadtrat beschlossenen Masterplan für dieses Gebiet, an dem auch letztendlich das Projekt „Marina Garden“ von Investorin Regine Töberich vor Gericht scheiterte. Am Ende hätte wohl die Stadt das letzte Wort und könnte gegen Globus ein Bauverbot verhängen. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch dieser Konflikt vor Gericht ausgetragen werden muss.

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