Lebenshaltungskosten – wie teuer ist Dresden?

Wer schlau ist und Strom sparen möchte, sollte vor dem Abschluss einen Stromvergleich durchführen. Bildautor: Colin Behrens
Wer schlau ist und Strom sparen möchte, sollte vor dem Abschluss einen Stromvergleich durchführen. Bildautor: Colin Behrens

Das Leben wird immer teurer. Seit 1991 steigen die Lebenshaltungskosten kontinuierlich. Im Durchschnitt gab es in den letzten 10 Jahren einen Anstieg von 1,3 %. Bei monatlichen Ausgaben von beispielsweise 1.500 Euro wären das 234 Euro mehr im Jahr. Alles nur statistisch gesehen, denn von Haushalt zu Haushalt können sich diese Werte deutlich unterscheiden.

Gerade bei den Mieten gibt es in Deutschland starke Unterschiede. Werfen wir mal einen Blick auf die Mietpreise durchschnittlicher Wohnungsgrößen:

Stadt 30 m² 60 m² 100 m²
       
Dresden 271,20 € 450,60 € 986 €
Hannover 342,30 € 537,60 € 990 €
Berlin 446,40 € 694,80 € 1.287 €
Hamburg 457,80 € 732,60 € 1.335 €
Köln 464,40 € 705,60 € 1.186 €
Stuttgart 564,00 € 938,40 € 1.481 €
München 721,20 € 1.131,60 € 1.807 €

Dresden hat im Vergleich der oben genannten Groß- und Millionenstädte also die günstigsten Mieten. Und wie sieht es mit sonstigen Lebenshaltungskosten in der Sachsenmetropole aus?

Dresden im grünen Bereich

Welche Faktoren gehören bei der Berechnung der Lebenshaltungskosten eigentlich mit dazu? Hier müssen neben den Lebensmitteln auch Benzinkosten, Kosten für den öffentlichen Nahverkehr, Versicherungen und Energiekosten genannt werden. Ist Dresden auch hier günstig oder muss man doch tiefer in die Tasche greifen?

  • Strom

Die Strompreise steigen – wie auch die Mieten – seit Jahren immer weiter. Hat die Kilowattstunde im Jahr 2000 durchschnittlich knapp 14 Cent gekostet, liegt sie nun bei fast 30 Cent. Das ist eine Preissteigerung von 111 %. Wir haben die Stromkosten für eine Kilowattstunde bei den jeweiligen Stadtwerken verglichen (2.500 kWh Verbrauch pro Jahr/2 Personen-Haushalt) und stellen fest: Dresden gehört zu den günstigen Städten in Sachen Strom:

Köln: 23,61 Cent

München: 26,05 Cent
Dresden: 26,22 Cent
Stuttgart: 26,25 Cent
Berlin: 26,50 Cent
Hannover: 26,66 Cent
Hamburg: 27,94 Cent

Diese Durchschnittswerte ändern sich natürlich nach dem tatsächlichen Verbrauch bzw. der Anzahl an Personen im Haushalt und nicht zuletzt dadurch, welchen Strom man beziehen möchte (Kernenergie, Fossile Energie, Regenerative Energie). Deshalb sollte jeder vor einem Vertragsabschluss auf beispielsweise einem Vergleichsportal wie stromvergleich.de den für sich günstigsten Strom aussuchen. Interessant in diesem Zuge sind auch Strompreisgarantien, Vertragslaufzeit sowie Neukunden- und Sofort-Boni.

  • Benzin

Glücklich, wer kein Auto besitzt – bei diesen horrenden Benzinpreisen, so mögen manche denken. Doch stimmt es tatsächlich? Wird der Benzinpreis immer teurer? Betrachtet man sich die letzten 40 Jahre, dann lautet die Antwort klar „ja“. Anders sieht es aus, wenn man sich die letzten 10 Jahre ansieht. Denn da gab es – im Vergleich zu heute – einige Jahre, in denen der Liter Super weitaus mehr gekostet hat. Lag man in den 1970er Jahren noch bei durchschnittlich 45 Cent, kratze der Literpreis in den 1990ern schon an der 90-Cent-Marke. Einen Sprung auf über einen Euro gab es dann im Jahr 2000. Dann ging es fast jedes Jahr kontinuierlich nach oben, bis der Höhepunkt 2012 erreicht wurde. Damals kostete der Liter Super 1,64 Euro. Der aktuelle Schnitt liegt bei 1,45 Euro. Und wie sieht der Vergleich Dresden mit anderen Städten aus?

München: 1,32 €
Berlin: 1,33 €
Dresden: 1,34 €
Hamburg: 1,34 €
Stuttgart: 1,35 €
Hannover: 1,37 €
Köln: 1,38 €

Erstaunlicherweise ist in der teuersten deutschen Stadt München der Spritpreis am günstigsten. Dresden liegt mit 1,34 € aber ebenfalls im oberen Feld.

  • Öffentlicher Nahverkehr

Viele Menschen können sich ein Auto nicht leisten. Die Alternative ist der öffentliche Nahverkehr – doch auch der wird fast jährlich teurer. Laut Statistischem Bundesamt steigen die Kosten für den ÖPNV sogar schneller als für das Autofahren. So haben sich Tickets für Busse und Bahnen seit 2000 um fast 80 % verteuert, Kauf und Unterhalt von Autos dagegen nur um 36 %. Doch wie sieht es mit dem öffentlichen Nahverkehr in Dresden aus? Muss man hier auch tief in die Tasche greifen? Zum Vergleich stehen die Kosten für ein Tagesticket in den jeweiligen Städten:

Hannover: 5,10 €

Dresden: 6,00 €
München: 6,80 €
Stuttgart: 6,90 €
Berlin: 7,00 €
Köln: 7,10 €
Hamburg: 7,60 €

Auch hier ist Dresden oben zu finden und ist somit noch relativ günstig.

Dresden bei sonstigen Ausgaben oben mit dabei

Neben diesen Fixkosten möchte man sich natürlich auch noch das eine oder andere leisten – von einem Urlaub ganz zu schweigen. Interessant ist somit auch ein Vergleich „kleinerer“ Ausgaben wie der Friseurbesuch, die Kita-Gebühr und die Kosten für einen Kinobesuch oder das Schwimmbad.

  • Friseur

Aus Kostengründen schneidet sich so mancher die Haare mit einem Haarschneider vielleicht selbst, wer dennoch regelmäßig zum Friseur gehen möchte, der sieht sich auch hier Preissteigerungen ausgesetzt. Seit den 1990er Jahren stiegen die Preise für Männer um rund 5 Euro an, für Frauen um etwa 12 Euro. Interessanterweise war der Friseurbesuch in den 1980ern bei Männern im Vergleich zu heute um fast 10 Euro teurer. Und wie viel kostet ein Friseurbesuch im Durchschnitt heute?

Dresden: 31,33 €
Hannover: 31,92 €
Köln: 34,42 €
Hamburg: 34,83 €
Berlin: 36,42 €
Stuttgart: 45, 58 €
München: 52,33 €

Unangefochtener Spitzenreiter ist hier also Dresden!

  • Kita-Gebühr

Wenn Mütter oder Väter nach der Elternzeit wieder einem Job nachgehen, müssen die Kids in die Kita. Und die kostet – und das nicht wenig!

Berlin: 0 €
Dresden: 122,44 €
Stuttgart: 149 €
München: 160 €
Hamburg: 191 €
Hannover: 244 €
Köln: 256 €

An Berlin sieht man, dass es auch kostenlos geht, dennoch ist Dresden mit „nur“ 122 Euro noch mit am günstigsten.

  • Kino

Die Preissteigerungen machen auch vor Kinobesuchen nicht Halt. Kostete das Ansehen eines Films im Jahr 2000 noch rund 5 Euro, liegt der Preis heute bei knapp 9 Euro im Schnitt.

Dresden: 7,78 €
Stuttgart: 8,80 €
Hamburg: 9,10 €
Hannover: 9,38 €
Berlin: 9,56 €
Köln: 10,25 €
München: 12,90 €

Ein Kinobesuch in Dresden ist im Vergleich unserer anderen Städte also am günstigsten.

  • Schwimmbad

Unnötig zu sagen, dass auch der Schwimmbadbesuch im Laufe der Jahre immer weiter nach oben kletterte. Und heute? Was kostet es, ein paar Bahnen zu ziehen?

Hannover: 3,50 €
Stuttgart: 4,40 €
Berlin: 6,70 €
Hamburg: 7,10 €
Dresden: 7,90 €
München: 10,00 €
Köln: 14,05 €

Die erste Statistik, in der Dresden in der unteren Hälfte zu finden ist.

Fazit: In Dresden lebt es sich noch relativ günstig. Mit durchschnittlich 1.378 Euro ist die Sachsenmetropole auf Platz 19 der Städte mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten. Unter den ersten 20 sind übrigens 8 Städte aus dem Osten Deutschlands. Spitzenreiter ist mit nur 1.112 Euro Frankfurt an der Oder.

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