Gewinnspiel: Mobile Bibo Dresden leistet soziale Arbeit

Erika Kubanek (li.) fühlt sich gut beraten am Büchertisch im Seniorenheim. Auch beim Verbuchen hilft Elisa-Kristin Wagner. (Foto: ug)

Ist der Weg zu beschwerlich, kommen Mitarbeiter der Städtischen Bibliotheken ins Haus.

Sie hat sich vier Bücher ausgesucht, darunter Mankell und Follett, „meine Lieblingsautoren“, sagt Erika Kubanek. Die 90-Jährige mit den wachen Augen hält sich munter mit Krimis und findet ihre spannende Lektüre am Büchertisch in einem Pieschener Seniorenheim. Dafür ist sie dankbar: „Man wird zuverlässig alle sechs Wochen sehr gut versorgt und beraten, kann vorbestellen und verlängern.“ Ruth Stein pflichtet ihr bei: „Wir haben Langeweile, und das bringt uns Freude und Abwechslung, und alles kostenlos.“
Darum gehe es doch gar nicht, meint ein graumelierter Herr, „sondern dass die Augen nicht mehr so mitspielen“. Kein Problem, dafür hat Bibliotheksassistentin Jeanette Vilbrandt Großdruckliteratur mitgebracht, auch Hörbücher, CDs und DVDs sind im Angebot.
Für ihre 24 fleißigen Leserinnen und Leser in diesem Heim hat sie aufwendig recherchiert und ausgewählt, verbucht und gepackt. Den meisten Bewohnern, die heute vorbeischauen und die sie mit Namen anspricht, kann sie sofort einen Stapel in die Hand drücken. „Haben Sie Katzenbücher mitgebracht?“– „Letztes Mal wollten Sie doch keine, aber ich hab was dabei.“ „Können Sie ,Fische auf Bäumen‘ besorgen?“ – „Sie meinen ,Fische, die auf Bäume klettern‘? Ja, das schreiben wir auf den Wunschzettel.“ „Den Potter hab ich satt, der wird immer langatmiger.“ – „Da hab ich was für Sie: die Nebengeschichten über die Fabelwesen oder den ,Herrn der Ringe‘.“
Die kurzen Gespräche am Rande sind wichtig. Die Senioren freuen sich über persönliche Beratung. Unterstützt wird das Team von einer FSJ-lerin. Die 19-jährige Elisa-Kristin Wagner absolviert hier ihr Freiwilliges Soziales Jahr/Kultur und findet die Idee der Büchertische toll. „Ich hoffe, dass ich dadurch Sozialkompetenz für meinen späteren Beruf als Lehrerin erwerben kann.“
Möglich macht diesen Service das Team der Mobilen Bibliothek. „Wir suchen nicht allein Hochbetagte auf, sondern auch Schwerkranke sowie Menschen mit körperlichen Behinderungen oder Lernschwierigkeiten, um ihnen ein Stück Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen“, sagt Teamleiterin Julie Steinert.
Dies gilt genauso für den Ehrenamtlichen Bücherhausdienst, den Bibliothekarin Marika Schwer koordiniert. Für dieses Aufgabengebiet der Mobilen Bibliothek sind rund 90 Ehrenamtliche als Bücherboten unterwegs und besuchen knapp hundert Bürger, die ihre privaten vier Wände kaum noch verlassen können. Für 10 Euro Jahresgebühr (Dresden-Passinhaber kostenfrei) bringen sie alle vier Wochen die gewünschten Bibliotheksmedien und immer auch ein Stück Freude mit ins Haus. (UG)


Kontakt Ehrenamtlicher Bücherhausdienst unter Tel.: 0351 86482255 oder per E-Mail: buecherhausdienst@bibo-dresden.de

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