Prellbock des Jahres geht an PYUR

Dass dieser Preis seinen „Gewinner“ erreichen wird ist die Aufgabe von VZ-Vorstand Andreas Eichhorst (r.). // Foto: sbu

Die Sächsischen Verbraucher haben zehn Monate lang abgestimmt: Der „Prellbock 2019“ der Verbraucherzentrale Sachsen für Abzocker, Service-Nieten und Blender geht in diesem Jahr an PŸUR (Telecolumbus AG mit Sitz in Berlin). Der Telekommunikationsdienstleister erhielt 363 von insgesamt 3173 abgegebenen Stimmen. Das Besondere: Die Verbraucherzentrale gibt keine Vorauswahl vor, um die Abstimmenden nicht zu beeinflussen oder zu manipulieren.

Gewählt werden konnte jede Firma oder jeder Dienstleister aus Deutschland oder auch überregional. Erstaunlich ist deshalb nicht nur die hohe übereinstimmende Unzufriedenheit mit PŸUR, sondern auch die Tatsache, dass auf Platz zwei und drei der Rangliste mit Vodafone (141 Stimmen) und der Telekom (109 Stimmen) ebenfalls zwei Kommunikationsdienstleister unter den „Top Drei“ vertreten sind.

Undurchsichtig

Die Begründungen der Verbraucher für ihre Empörung sind vielschichtig. Einmal hält der High-Speed-Internet-Anschluss nicht, was er verspricht. Ein anderes Mal kommen Rechnungen, die eigentlich zu einem anderen Vertrag gehören. „Viele Kunden des diesjährigen Prellbock-Gewinners berichten von einem Ohnmachtsgefühl, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Probleme mit dem Anbieter selbst zu lösen. In den meisten Fällen können wir helfen, aber manchmal sind auch uns die Hände gebunden“, erklärt Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen. Das Unternehmen steht auch bei der Nachfrage in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale seit Jahren im oberen Bereich. Weil auch intransparente und unklare Preisangaben zum Geschäftsmodell von PŸUR zählen, wird die Verbraucherzentrale Sachsen das Unternehmen zusätzlich zum Gewinn des Prellbocks mit einer Abmahnung überraschen. Gegenstand werden Preisdarstellung und Geschäftsbedingungen auf der Internetpräsenz des Unternehmens sein.

Jurypreis an Vonovia

Neben PŸUR gibt es noch einen weiteren Prellbock 2019. Im Rahmen der traditionellen Jurysitzung haben sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verbraucherschutz für einen separaten Jurypreis an die Vonovia SE mit Sitz in Bochum entschieden. „Mieter bekommen Abrechnungen über erhöhte Nebenkosten, die sie nicht verstehen“, urteilt die Prellbock-Jury. „Wenn es um den Wohnraum der Menschen in Sachsen geht, ist die Betroffenheit besonders hoch. Für Menschen mit wenig Alternativen, eine andere Wohnung zu finden, sind hohe Kosten für Stromversorgung, Warmwasser oder Winterdienst ein ernstes Problem“, so die Jury weiter. sbu

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