Corona-Testzentren eröffnen an Autobahnen

Die Autobahn 14 am Schkeuditzer Kreuz bei Schkeuditz (Sachsen). Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
Sachsen weitet die Testkapazitäten für Reiserückkehrer aus. // Foto: Hendrik Schmidt/Archiv

Urlauber, die nach Sachsen zurückkommen, haben ab Freitag die Möglichkeit sich an den Autobahn-Grenzübergängen zu Tschechien und Polen auf eine Corona-Infektion testen zu lassen.

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen weiter zu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Donnerstag 21 Fälle mehr als am Vortag registriert. Am Mittwoch waren es elf mehr als zuvor. Die meisten Fälle gab es in den Landkreisen Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Seit März sind damit 5.703 Infektionen im Sachsen bestätigt.

Deshalb weitet der Freistaat die Testkapazitäten für Reiserückkehrer aus. Urlauber können sich ab Freitag auch an den Grenzübergängen zu Polen und Tschechien auf eine Corona-Infektion testen lassen. Die Stationen werden an der Autobahn 4 bei Görlitz am Parkplatz „An der Neiße“ und an der Autobahn 17 bei Bad Gottleuba, Parkplatz „Am Heidenholz“ eingerichtet. Die Tests sind vorerst noch nicht für Fahrer des Schwerlastverkehrs vorgesehen, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen mit. Dafür reichten die Parkplätze nicht.

Die beiden Teststationen sind eine Ergänzung zu denen an den Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle. Dort sind kostenlose Tests für Reiserückkehrer bereits seit Anfang August möglich. In Dresden gab es nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung bisher 3.345 Tests mit neun positiven Fällen, in Leipzig/Halle 3.688 mit 19 Corona-Nachweisen.

Deutschlandweit meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag 1.445 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der durchgeführten Tests. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil er sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. „Dieser Trend ist beunruhigend“, so das RKI. „Besonders betroffen seien Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin, wo ein deutlicher Anstieg auffalle.

Als Ursache sieht RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Die meisten Menschen hätten sich bei größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis, bei Freizeitaktivitäten, am Arbeitsplatz oder in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen angesteckt. Jede dritte Infektion ist auf Reiserückkehrer zurückzuführen, heißt es im Situationsbericht des RKI. Am häufigsten steckten sich die Urlauber in den vergangenen vier Wochen in den Ländern des Westbalkans, der Türkei, Bulgarien, Rumänien, Polen und Spanien an.

SZ/DAWO

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