Ehemalige Patienten zu Gast auf der Kinderkrebsstation

Foto: Uniklinikum / Ulrich Lippke

Die hämatologische/onkologische Station der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ist auch in diesem Jahr Ziel der von der Deutschen Kinderkrebsstiftung organisierten Regenbogenfahrt.

Zum 28. Mal sind mittlerweile Menschen, die im Kindesalter selbst eine Krebserkrankung überstanden haben, mit dem Rad unterwegs. Ihr Ziel: an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen Mut durch ihr Beispiel zu machen. Sie bewältigen mehrtägige, anspruchsvolle Touren und sagen „Das schaffst du auch!“.

Das Alternativkonzept der Regenbogenfahrt schickt die ehemaligen jungen Krebspatienten einzeln oder in kleinen Gruppen vom 15. bis 22. August 2020 mit dem Fahrrad auf die Reise. So können sie rund 50 Kinderkrebs-Zentren besuchen, um Mut und Hoffnung zu spenden. Das Päckchen mit Regenbogenarmbändern, Mutperlen und einem USB-Stick mit einer Video-Botschaft übergeben sie jeweils an den Toren der Kliniken. Zusätzlich sammelt jeder Fahrer während der Tour-Woche auf der Sportlerplattform „Strava” Kilometer. Zum Abschluss werden diese addiert, um ein positives Zeichen zu setzen. Die Patienten sollen so sehen: So wie wir, könnt Ihr es auch schaffen!

„Es ist ein wunderbares Gefühl, nach unserem letzten Besuch 2015 heute erneut Mut und Hoffnung zu spenden. Ich selbst habe dies 1994 als Patient des Dresdner Uniklinikums empfangen dürfen und während der Therapie dadurch Kraft getankt“, sagt Andreas Führlich, Vorsitzender des Sonnenstrahl e.V.: „Für die aktuell Betroffenen sind wir ehemaligen Patienten das lebende Beispiel, dass man die Erkrankung meistern und danach wieder sportlich aktiv sein kann, trotz möglicher Einschränkungen. Dabei geben wir aber auch den Eltern, Geschwistern und nicht zuletzt dem medizinischen Personal Stärke und Zuversicht bei der Unterstützung im Kampf gegen den Krebs.“

„Die langjährige Unterstützung des Sonnenstrahl e.V. und der Deutschen Kinderkrebsstiftung für die Behandlung unserer Kinder mit Krebserkrankungen schätzen wir sehr und bedanken uns herzlich für die langjährige Unterstützung der komplexen Therapien, der Forschungsaktivitäten und insbesondere der psychosozialen Versorgung unserer Patienten“, sagt Prof. Julia Hauer, Leiterin der Kinderonkologie des Dresdner Uniklinikums: „Dieses Jahr haben wir gemeinsam den Grundstein für eine Transitionssprechstunde gelegt, in der wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die von einer Krebserkrankung geheilt werden konnten, weiter versorgen. Gerade für diese Patienten ist die Regenbogenfahrt, initiiert durch ehemalige Betroffene, von großer Bedeutung und hat zudem Vorbildcharakter. Auch deshalb freuen wir uns sehr, das Team Regenbogenfahrt in Dresden begrüßen zu dürfen.“

„Die enormen Fortschritte bei der Therapie von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erkrankung selbst und auch deren Behandlung die Patienten aber auch deren Eltern und Geschwister seelisch stark belastet. Die Regenbogenfahrt und die Teilnehmer sind da ein Lichtblick. Die Botschaft ‚Ihr könnt es auch schaffen‘ ist für die Genesung genauso wichtig wie die Therapien, die Pflege und die psychosoziale Hilfe, die unsere Patienten erfahren. Deshalb gilt unser besonderer Dank den Teilnehmern und Initiatoren der Regenbogenfahrt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.

Die für dieses Jahr geplante Tour durch Bayern fällt nicht aus, sondern wird im Sommer 2021 nachgeholt. Seit 1993 startet eine Gruppe von rund 50 jungen Erwachsenen zu der einwöchigen Fahrt. Dabei legen sie jedes Jahr ungefähr 500 Kilometer zurück und sind bei Kliniken und Elternvereine zu Gast. Die erste Tour führte von Hannover nach Dresden, während die zweite dann vom Uniklinikum aus startete.

Veranstalter der Regenbogenfahrt ist die Deutsche Kinderkrebsstiftung. Die überwiegend aus Spenden finanzierte Organisation, die vom Dachverband der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder e.V. (DLFH)“ gegründet wurde, steht krebskranken Kindern und ihren Familien mit Rat und Tat zur Seite. Sie setzt sich dafür ein, dass Heilungschancen, Behandlungsmethoden und Lebensqualität krebskranker Kinder ständig weiter verbessert werden. DLFH und Deutsche Kinderkrebsstiftung sind autorisierte Interessenvertreter für 76 Elternvereine in Deutschland sowie der betroffenen Familien.

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