Landtag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Der Sächsische Landtag in Dresden. (Foto: Oliver Carstens)

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben der Sächsische Landtag und die Staatsregierung im Plenarsaal an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Vor Abgeordneten, Mitgliedern der Staatsregierung und Vertretern der Opfergruppen sprachen Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Ministerpräsident Michael Kretschmer.

„Wir verneigen uns still vor den Opfern und gedenken ihrer Seelen. Was vor nur einem Menschenalter geschah, darf in der Menschheitsgeschichte nie wieder geschehen“, sagte Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler in seiner Rede. 

Der Parlamentspräsident mahnte dazu, jedem Antisemitismus entgegenzuwirken: „Wir dürfen nicht naiv sein. Jüdisches Leben in Deutschland ist wieder in Gefahr. Mich beschämt das! Immer wieder sehen wir antijüdische Hetze und Angriffe. Immer wieder mangelt es an staatlichem oder gesellschaftlichem Schutz. Judenhass ist eine Schande für unser Land – ob nun von rechter Seite, von linker Seite oder von muslimischer Seite.“ 

„Lassen wir nie wieder zu, dass die Katastrophe einen neuen Anfang nimmt. Akzeptieren wir als Gesellschaft nicht, dass einige totalitäre und autokratische Diktaturen verharmlosen oder den Holocaust relativieren. Akzeptieren wir als Gesellschaft nicht, dass Verschwörungsideologen aller Couleur ihren Judenhass wieder „unters Volk bringen“. Lernen wir immerfort aus den Katastrophen unserer Geschichte!“, so Rößler.

Im Anschluss an die Reden erklang das Werk „Quartett auf das Ende der Zeit“ des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Messiaen verbrachte neun Monate im Görlitzer Kriegsgefangenenlager, wo er das Werk fertigstellte und zusammen mit anderen Lagerinsassen auch zur Uraufführung brachte.

„In Sachsen wurden in dieser Zeit an unzähligen Orten KZ-Häftlinge zur Arbeit gezwungen, politische Gefangene sowie Kriegsgefangene interniert, Menschen erniedrigt, geschunden, getötet. Das Stammlager Stalag VIII A, das Olivier Messiaen im März 1941 zum Glück lebend und in Freiheit verließ, wurde Tausenden zum Grab, darunter über 10.000 sowjetischen Kriegsgefangenen“, so der Landtagspräsident.

Video der Live-Aufzeichnung der Gedenkstunde:

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Aufgrund der Pandemie fand die traditionelle Gedenkveranstaltung im Plenarsaal unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sowie mit deutlich weniger Teilnehmern als in den Vorjahren statt. 

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